01.11.2026, 15.00 Uhr · Kulturzentrum mon ami · Gespräch

Familiengeschichte recherchieren: Das Portal zu den NSDAP-Akten der Süddeutschen Zeitung

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Zwischen 1925 und 1945 traten mehr als zehn Millionen Menschen der NSDAP bei – viele aus Überzeugung, einige aus Kalkül, manche, weil der Druck zu groß wurde. Die Süddeutsche Zeitung hat die digitalisierten Datensätze der weitgehend erhaltenen NSDAP-Papierkartei, die das US-Nationalarchiv im Frühjahr online gestellt hat, mit KI-Hilfe ausgewertet, für die Leserinnen und Leser aufbereitet und mit historischem Kontext versehen. Die NSDAP-Kartei ist das bisher größte Datenprojekt der SZ. Seit der Freischaltung des Suchtools haben Hunderttausende Menschen nach ihren Verwandten gesucht. Das enorme Interesse und die für viele überraschenden Treffer in der Kartei zeigen, dass auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des »Dritten Reiches« die innerfamiliäre Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit keineswegs abgeschlossen ist.
Drei beteiligte SZ-Redakteure stellen das Projekt vor und beantworten die wichtigsten Fragen.

Recherchieren Sie selbst vor Ort in der Datenbank!


+ Vivien Götz ist seit 2023 Datenjournalistin mit Schwerpunkt Politik und Konfliktberichterstattung bei der Süddeutschen Zeitung. Zuvor studierte sie Politik und Internationale Beziehungen in Konstanz, Duisburg und Singapur.
+ Sören Müller-Hansen öffnet für die Süddeutsche Zeitung Türen zu den versteckten Geschichten in großen Datensätzen. Er schreibt seit 2019 über Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen. (In der NSDAP-Mitgliederkartei konnte er auch selbst Vorfahren finden.)
+ Robert Probst ist Historiker mit Schwerpunkt Zeitgeschichte, er arbeitet seit 1992 für die Süddeutsche Zeitung. Derzeit ist er »Chef vom Dienst« im Ressort Innenpolitik, zudem verantwortet er die Rezensionsseite »Das Politische Buch«.

Moderation: Dr. Sabine Moller gehörte neben Harald Welzer und Karoline Tschuggnall 2002 zu den Autor:innen des Buchs »‚Opa war kein Nazi› Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis«. Heute leitet sie die »Werkstatt 20. Jahrhunderts«, den zentralen Ort für moderne Stadtgeschichte und Erinnerungskultur in Kiel und ist als Privatdozentin für Geschichtsdidaktik an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.


In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung.


Im direkten Anschluss: das Erzählcafé »Opa war (k)ein Nazi? Austausch zum schwierigen Umgang mit NS-Geschichte in den Familien der Deutschen«