31.10.2026, 13.00 Uhr · Kulturzentrum mon ami · Kolloquium
Vertrauen unter Druck: Gerüchte, Vorurteile und Zweifel in der demokratischen Öffentlichkeit, von Weimar bis heute
(Toutes nos excuses. Ce contenu n’est disponible qu’en langue allemande.)
Demokratie beruht auf der Möglichkeit, sich über eine gemeinsame Wirklichkeit zu verständigen und eine gemeinsame Zukunft entsprechend zu gestalten. Doch wie entsteht politisches Vertrauen – und wodurch wird es zerstört? Das Panel schlägt einen Bogen von der Weimarer Republik bis zur europäischen Gegenwart. Am Beispiel des Kapp-Putsches und der damaligen Auseinandersetzungen um Generalstreik und kollektives Arbeitsrecht wird untersucht, wie Gerüchte und möglicherweise gezielte Falschmeldungen politische Ereignisse und Konflikte prägen. Außerdem befasst sich das Panel mit der Frage, inwiefern der internationale Jugendaustausch historisch zur Überwindung von Klischees – dem Pendant zu den heutigen Fakes – beigetragen hat.
Dabei wird seine Rolle zur Völkerverständigung, Meinungsbildung und Weltoffenheit, besonders in Deutschland und Frankreich, diskutiert. Daran anschließend geht es um die gegenwärtige Vertrauenskrise demokratischer Institutionen sowie um die Frage, ob politische Bildung und neue Formen der Bürgerbeteiligung der Polarisierung und Desinformation entgegenwirken, die demokratische Resilienz stärken und zur Lösung komplexer gesellschaftspolitischer Probleme beitragen können. Die historische Perspektive macht sichtbar: dass Fakten und Fakes ihre politische Wirkung nie allein entfalten: Entscheidend ist, welchen Institutionen, Medien und gesellschaftlichen Akteur:innen Menschen Glauben schenken und ob demokratische Verfahren öffentliche Verständigung, Mitbestimmung und legitime Entscheidungen ermöglichen.
Mit:
• Dr. Sonja Mangold, Juristin und assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch – kollektives Arbeitsrecht, Generalstreik und »Fake News« während des Kapp-Putsches (Profil)
• Dr. Daniela Heimpel, Politikwissenschaftlerin, Max Weber Fellow am Europäischen Hochschulinstitut und assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch – politische Bildung, europäische Bürgerforen und partizipative Demokratie (Profil)
• Dr. Guillaume Placide-Breitenbucher, Soziologe und assozierter Forscher am Centre Marc Bloch – internationaler Jugendaustausch und Studierendenmobilität, kulturelle Diplomatie
In Kooperation mit der carte blanche des Centre Marc Bloch.