05.11.2023, 16.00 Uhr · Notenbank Weimar · Podium

Vielfältige Zeiten – Zeitvorstellungen in außereuropäischen Kulturen: Indien und China

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In der Moderne hat sich seit der Frühen Neuzeit in Europa ein sehr lineares und zunehmend säkulares Zeitverständnis herausgebildet, in dem »Fortschritt« eine wichtige Rolle spielt. Auch die Standardisierung und wissenschaftliche Messung der Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Kontakt mit anderen Kulturen merkt man auch heute noch schnell, dass es andere Vorstellungen von Zeit gibt: sehr traditionell oder religiös geprägte, zyklische und auch stärker an der Natur orientierte Zeitvorstellungen etwa, wie sie auch im vormodernen Europa vorherrschend waren.

Auf dem Podium möchten wir über den europäischen Tellerrand hinausblicken und dies für den asiatischen Raum genauer beleuchten. Wir schauen dabei auf die großen, geschichtsträchtigen Reiche Indien und China. Mit ausgewiesenen Experten für beide Kulturen wollen wir zunächst tiefer in deren frühe Geschichte eintauchen: in eine Zeit mit wenig Kontakt zu Europa und in Epochen, in denen sich ihr eigenes Zeitverständnis herausbildete. Zu welchem Austausch und welchen Konflikten kam es dann, als der Kontakt zu Europa immer enger und im Zuge des Kolonialismus auch immer einseitiger wurde? Und letztlich: Sind kulturelle, gesellschaftliche und politische Unterschiede zwischen Europa und den beiden asiatischen Großmächten noch heute auch auf unterschiedliche Zeitvorstellungen zurückzuführen? Darüber diskutieren mit Ihnen:

  • Prof. Dr. Patrick Eisenlohr ist Professor für die Gesellschaft und Kultur des modernen Indien und forscht vor allem zu Religion und Medien sowie kulturellen Austauschbeziehungen in der Region des Indischen Ozeans.
  • Prof. Dr. Axel Schneider ist Professor für moderne Sinologie in Göttingen und erforscht dort die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen des Kontakts Chinas mit der europäischen Moderne.

Moderation:
Dr. Andreas Braune kennt und schätzt Indien und China bislang nur kulinarisch.