05.11.2023, 11.00 Uhr · Festsaal im Rathaus Weimar · Vortrag

Das »Tausendjährige Reich« und »Überholen ohne einzuholen«: »Zeit« in den deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts

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Philosophen haben seit der Antike gefragt, wie die Zeithorizonte von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenhängen. Historiker können zumindest klären, wie sie im 20. Jahrhundert miteinander in Beziehung gesetzt wurden. Dies geschah auf sehr unterschiedliche Weise – die Weimarer Demokratie war von einer anderen Zeitordnung getragen als das »Dritte Reich«, beide unterschieden sich vom Zukunftspathos der DDR. Der Vortrag zeichnet nach, wie die »Zeit-Verhältnisse« von Vergangenheit und Zukunft nach dem Ende der Weimarer Republik in den beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts in Deutschland in den Dienst der Politik gestellt wurden. Deutlich wird dabei: »Zeit« wurde dort zu einer zentralen Ressource zur Legitimation der konkurrierenden Weltordnungen von Nationalsozialismus und Kommunismus.

Vortrag:

  • Professor Dr. Martin Sabrow war von 2004 bis 2021 Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschungen Potsdam und Professor für Neueste und Zeitgeschichte an der HU Berlin. Seit er im »Ruhestand« ist, enteilt ihm die Zeit noch mehr als je zuvor.

Moderation:
Prof. Dr. Silke Satjukow Professorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Halle und arbeitet seit langem zur Geschichte der Diktaturen des 20. Jahrhunderts.