13.11.2021, 12.00 Uhr · Eckermann Buchhandlung · Podium

Von Gandhi bis Greta: Protest und Personalisierung

Immer wieder haben Protestbewegungen und Kampagnen des zivilen Ungehorsams die Geschichte geprägt. Bei Figuren wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King scheint es heute gerade so, als hätten sie im Alleingang Historisches geschaffen. Nachträgliche Heldenverklärung? Oder waren sie tatsächlich die Führungsfiguren, die eine Massenbewegung für Unabhängigkeit und Bürgerrechte schufen? Und heute: Ein 16–jähriges Schulmädchen tritt eine globale Protestbewegung für mehr Klimaschutz los. Von den Medien dazu gemacht? Von der Bewegung aufs Schild gehoben? Verhasst und bewundert, ist schon ihr Name zum Symbol eines neuen gesellschaftlichen Konfliktes geworden.

Das Panel fragt nach der Rolle, die herausgehobene Persönlichkeiten für die Dynamik und den möglichen Erfolg von Protest haben. Braucht es gerade bei zivilem Ungehorsam eine gut sichtbare Symbolfigur, die die Risiken der öffentlichen Artikulation von Unrecht und eine mögliche Bestrafung gut sichtbar auf sich nimmt? Und ist der heutige Protest weniger heroisch?

Es diskutieren Prof. Dr. Michael Haspel (Universität Erfurt/​apl. Professor für Systematische Theologie), Prof. Dr. Heinz Werner Wessler (Uppsala Universitet) und Dr. Andreas Braune (Jena).