31.10.2022, 16.00 Uhr · Rathausdiele Jena · Podium

Denkmal für den Ur-Burschen: Was soll nur aus dem Burschen werden?

Gut sichtbar und doch sehr gut versteckt – so präsentiert sich das Burschenschaftsdenkmal am Universitätshauptgebäude seit vielen Jahren. Im Juni 2011 wurde es während des Burschenschaftstages in Eisenach Ziel eines großflächigen Farbangriffs, dessen Spuren auch durch eine aufwendige Sanierung nicht komplett beseitigt werden konnten. Eine Einhausung, die das Denkmal zuvor nur in der kalten Jahreszeit vor der Witterung schützen sollte, verhüllt es seitdem dauerhaft. Immerhin: Die vor Regen und weiteren Attacken schützende Plane zeigt Fotos des Denkmals, so dass Passanten sich zumindest ein zweidimensionales Bild davon machen können.

Trotzdem: Wohin mit dem Burschen? 1883 war das Denkmal auf dem Eichplatz errichtet worden, erst 1951 kam es an die heutige Stelle, an der es nicht bleiben kann, will man es der Öffentlichkeit wieder im Original zeigen. Doch will oder sollte man das überhaupt? Ist der Bursche nicht Ausdruck einer überkommenen Denkmalkultur – und ohnehin ein Sinnbild für einen übersteigerten Nationalismus, männerbündische Klüngelei und die Misere der deutschen Geschichte? Oder gehört die Geschichte der Burschenschaft von 1815 und damit das Denkmal nicht unlösbar zur Universitätsstadt Jena, ja vielleicht sogar zur Demokratiegeschichte in Deutschland? Lässt sich ein dermaßen politisiertes und umstrittenes Denkmal durch Dialog und Kontextualisierung für die Öffentlichkeit retten und in Zukunft sicher zeigen?

Anlässlich der Podiumsdiskussion wird das Denkmal voraussichtlich von seiner Einhausung befreit. Machen Sie sich also ein Bild, und diskutieren Sie zusammen mit:

PD Dr. Stefan Gerber (Universitätsarchiv der FSU Jena)
Dr. Rüdiger Stutz (Stadthistoriker der Stadt Jena)
N.N. (Burschenschaft)
Katharina König-Preuß (MdL, Die Linke, angefragt)
Moderation: PD Dr. Tobias Kaiser (Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V., Berlin, angefragt)

Kooperationspartner: JenaKultur