31.10.2022, 14.00 Uhr · Sowjetischer Ehrenfriedhof im Ilmpark · Führung

Sowjetische Ehrenfriedhöfe: Wie politisiert ist die Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg“?

In Thüringen existieren Gräber und Ehrenmale für ca. 30.000 sowjetische Kriegstote. Eine Unterscheidung nach Nationalitäten machen sie nur selten. Gleichwohl: Zu Beginn des Ukraine-Krieges wurden einige von ihnen – darunter auch in Weimar – zum Ziel politisch motivierter Aktionen und Sachbeschädigung, um gegen die russische Aggression zu protestieren. Denn es war Wladimir Putin, der in seiner Kriegsbegründung auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bis heute verfälscht und missbraucht.

Unter diesen Vorzeichen sind die sowjetischen Erinnerungsstätten an den Zweiten Weltkrieg so politisiert wie seit 30 Jahren nicht mehr. Für Viele standen sie lange Zeit für ein »Nie wieder Krieg« und eine mögliche Aussöhnung auch mit Russland. Können sie diese Botschaft noch glaubhaft vermitteln, wenn in ihrem Namen nun Krieg geführt wird? In der Ukraine und anderen postsowjetischen Staaten hat die Demontage der Denkmäler längst begonnen, erscheinen sie doch nun als Symbole russischen Herrschaftsanspruchs. Und wie gehen wir hier mit ihnen um?

Nach einer Führung (Beginn: 14 Uhr) am Sowjetischen Ehrenfriedhof im Ilmpark und einer Grabanlage auf dem Hauptfriedhof diskutieren (Beginn: 16 Uhr, Notenbank Weimar):

Prof. Dr. Jörg Baberowski (Humboldt-Universität Berlin)
Dr. Katja Makhotina (Universität Bonn)
Dr. Michael Krapp (Vorsitzender LV Thüringen im Volksbund)
Moderation: Dr. Andreas Braune (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Führung: Henrik Hug (Geschäftsführer des LV Thüringen im Volksbund)
Treffpunkt Führung: Eingang Sowjetischer Soldatenfriedhof im Ilmpark

Kooperationspartner: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Thüringen