13.11.2021, 14.00 Uhr · Eckermann Buchhandlung · Podium

Neuland? Ostdeutsche Dörfer in den 1990er Jahren

In den vergangenen Jahren wurde viel über die Transformation Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung von 1990 diskutiert: Wie war die Ausgangslage, wie veränderten sich Arbeits- und Lebenswelten, welche Folgen hatte das und wie wirken diese Folgen bis heute nach? Allerdings sind derartige Debatten fast ausschließlich mit Blick auf die urbanen Zentren geführt worden. Die Dörfer der früheren DDR fanden kaum Berücksichtigung.

Zugleich zeichnet sich gegenwärtig ein doppeltes Phänomen ab: Einerseits gelten die ländlichen Regionen zunehmend als attraktive Alternative zu den wachsenden Städten, als Raum neuer Chancen und Initiativen. Andererseits fehlt es ebendort an Arbeitsplätzen und Infrastruktur, was durchaus auch zu Demokratieverdruss oder gar -feindlichkeit vor Ort führt.

Gemeinsam blicken die Kulturwissenschaftlerin Uta Bretschneider und der Historiker Jens Schöne (beide mit eigenen Erfahrungen in ostdeutschen Dörfern) auf die Jahre des Wandels zurück, lassen die Akteurinnen und Akteure – die lokalen »Alltags-Held:innen« – zu Wort kommen und rücken die Lebens- und Arbeitswelten sowie die Aneignungsprozesse der politischen Veränderungen in den Fokus. Ausgehend von den späten Jahren der DDR diskutieren sie Brüche, Aufbrüche und Umbrüche, fragen nach den wichtigsten Veränderungen und wagen den Ausblick: Wohin entwickeln sich die Dörfer?