13.11.2021, 10.00 Uhr · Eckermann Buchhandlung · Podium

Jede Zeit schafft ihre eigenen Helden. Zur historischen Wandelbarkeit des Heroischen im 19. und 20. Jahrhundert

Was haben Napoleon Bonaparte und Sigmund Jähn gemeinsam? Gibt es außer der Tatsache, dass beide in ihrer Zeit als Helden verklärt und verehrt wurden, irgendetwas, das ihr Heldentum miteinander verbindet?

Immer wieder haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versucht, ein universales, zeitloses Muster herauszuarbeiten, das allen seit der Antike überlieferten Heldengeschichten zugrunde liegt. Aber auch wenn vieles darauf hindeutet, dass kein Herrschaftssystem, keine Gesellschaft ohne Helden auskommt, liegt der Verdacht nahe, dass es keine anthropologischen Konstanten des Heroischen gibt, dass jede Zeit ihre eigenen Heldenbilder schafft. Man denke nur an die unterschiedlichen Ideale, für die die jeweiligen Helden standen und kämpften, oder an die unterschiedlichen Funktionen, die sie erfüllten, sei es als Helden des Alltags, sei es als Ikonen politischer Herrschaft. Selbst die Art und Weise, wie ihre Geschichten erzählt wurden: pathetisch oder ironisch, diskursiv oder visuell, variierte je nach Zeit und Raum. Am Beispiel des Bonapartismus und des realexistierenden Sozialismus in der DDR wollen die beiden Referenten, ausgewiesene Kenner der deutsch-französischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhundert, diese Aspekte beleuchten und mit dem Publikum diskutieren.

Referent:innen: PD Dr. Elisa Goudin (Paris) und Dr. Benjamin Marquart (Stuttgart)

Moderation und Einleitung: Prof. Dr. Armin Owzar (Paris)