30.10.2022, 18.00 Uhr · Notenbank Weimar · Eröffnung

Feierliche Eröffnung: Nach dem Erinnern – Neue Wege der Gedenkkultur?!

Am 30. Oktober 2022 geschieht in Weimar Beispielloses: Mit einem feierlichen Akt ernennt die Stadt Weimar sechs französische Überlebende des KZ Buchenwald und seiner Außenlager zu Ehrenbürgern der Stadt. Sie erweist den ehemaligen Häftlingen damit die höchste Ehrung, die die Stadt vergeben kann. Jacques Bloch, Armand Bulwa, Robert Galafrio, Jacques Moalic, Raymond Renaud und Raymond Touraud gehören zu jenen, die Buchenwald nicht nur als Gedenkstätte, sondern auch als Ort des Verbrechens kennen und sich »erinnern«. An uns ist es nun, dieses »Erinnern« in Gedenken umzuwandeln und in die Zukunft zu tragen.

Solche ehrenden Gesten sollten ein selbstverständliches Anliegen der Gesellschaft sein, die sich aber nicht darauf ausruhen darf. Diese Gesten bilden bestenfalls ein Scharnier zwischen der Epoche der Aufarbeitung mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und einer neuen Zeit, in der die »Erinnerung« an die Verbrechen des Nationalsozialismus auf andere Art präsent bleiben muss. Wie kann das aussehen? Denkmäler allein reichen hierfür mit Sicherheit nicht: Im Diskurs der Gesellschaft müssen Opfer und Täter präsent bleiben, damit es beim »Nie wieder!« bleibt.

Das Oldtime-Jazz-Ensemble der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar spielt Titel des Jazzorchesters von Buchenwald, das 1943 – 1945 im Lager existierte.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Weimar, der Gedenkstätte Buchenwald und des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte.