31.10.2022, 16.00 Uhr · Tivoli Gotha · Podium

Eine deutsche Erinnerungslücke? KZ Ohrdruf und Jonastal

Am 4. April 1945 erreichten amerikanische Soldaten das südlich vor Gotha gelegene Konzentrationslager am Ortsrand von Ohrdruf. Es war das erste KZ, das die US-Alliierten befreiten. Zwischen Massen von Toten stießen sie gleichzeitig das erste Mal auf noch lebende Häftlinge. Internationale Kriegsberichterstatter wurden nach Ohrdruf gerufen und berichteten vom »Horror Camp«, gelegen südlich der Drei Gleichen zwischen Ohrdruf, Crawinkel und Arnstadt, heute ein Standortübungsplatz der Bundeswehr. Während in der US-amerikanischen Geschichte zum Zweiten Weltkrieg »Ohrdruf« ein Begriff ist, ist er aus dem Gedächtnis der Deutschen gefallen. Als eines von über 130 Außenlagern des KZ Buchenwald wurde das Lager Ohrdruf am 6. November 1944 eingerichtet. Menschen aus mehreren europäischen Ländern wurden hierher verschleppt, um im nahegelegenen Jonastal unter Schwerstarbeit bis zu 14 Stunden täglich Stollen in das Gelände zu treiben. Teile der Stollenanlage und Fundamentreste sind noch vorhanden. Trotz verschiedener und zumeist zivilgesellschaftlicher Aufarbeitung umkreisen nach wie vor Mythen das Jonastal. Verdecken sie den Blick auf die Opfer? Die Podiumsgäste diskutieren deshalb die Frage: An was wollen wir wie erinnern?

Georg Ribienski (Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V., angefragt)
Dr. Christoph Mauny (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha)
Klaus-Peter Schambach (Förderverein Alte Mühle e.V., Crawinkel)
Jörg Bischoff (Förderverein Gothaer Tivoli e.V., angefragt)

Moderation: Dr. Philipp Neumann-Thein (Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, angefragt)

Kooperationspartner: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha