FILMPREMIERE UND KONZERT DES WEIMARER RENDEZ-VOUS MIT DER GESCHICHTE 2020 WERDEN AM 8. JULI 2021 NACHGEHOLT, AUSSTELLUNG IM ÖFFENTLICHEN RAUM ERNEUT ZU SEHEN


Ein Film muss Premiere feiern, ein Konzert muss gehört und eine Ausstellung gesehen werden. Auch das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte 2020 war von der Pandemie betroffen - einige Veranstaltungen fanden im vergangenen Herbst, dem üblichen Festivalzeitraum, im Radio statt, die Ausstellung zu den historischen Weimarer "RebellInnen und Regierenden" wurde während des Lockdowns im November und Dezember gezeigt, der zum Festival produzierte Film sowie die Ausstellungseröffnung mussten leider ausfallen.

Am 8. Juli wollen wir diese zwei Programmhighlights nachholen und die erfolgreiche Ausstellung noch einmal zeigen:

19.30 Uhr Notenbank Weimar - Konzert „Musikalische Stolpersteine in Weimar“

Der Abend beginnt um 19:30 Uhr mit einem Konzert, das ursprünglich im April 2020 geplant war und Teil der Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald sein sollte. Unter dem Titel "Musikalische Stolpersteine in Weimar" gedenken wir in der Notenbank Weimar des Komponisten Hans Gál (1890-1987), der nach seiner rassisch motivierten Entlassung durch die Nationalsozialisten emigrierte und sich nach dem Krieg eine neue Existenz in Edinburgh aufbaute. Da Hans Gál mit der Weimarer Opernsängerin Jenny Fleischer-Alt (1863-1942, Freitod in Weimar) verwandt war, wendet sich die Veranstaltung auch den einstmals bekannten Musikerpersönlichkeiten zu, die im familiären Umfeld zu finden waren und deren Namen mit Weimar verbunden sind wie Eduard Rosé, Gustav Mahler, Arnold Rosé mit der Tochter Alma Maria Rosé und Alma Mahler. Die heute im englischen York lebende Tochter Eva Fox-Gál wird per Livestream zugeschaltet und gibt im Gespräch mit Volker Ahmels (Zentrum für verfemte Musik Rostock) Einblicke in das Leben ihres Vaters.


Klavierduo Frederike Haufe und Volker Ahmels © Oliver Borchert

Das musikalische Programm mit Werken von Hans Gál wird gestaltet durch das Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels (Hamburg) sowie den Studierenden der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Felix Kehr und Nicolas Absalom (Klasse Prof. Christian Wilm Müller). Eintritt frei.

Um Anmeldung wird gebeten unter info@weimarer-rendezvous.de. Bitte beachten Sie, dass nur genesene, geimpfte oder tagesaktuell getestete Personen Zutritt haben, Einlass ab 18.30 Uhr, ein Mundschutz ist während der Veranstaltung zu tragen.

22.00 Uhr Stéphane-Hessel-Platz - Ein Fest mit mehreren Höhepunkten

Ebenfalls am 8. Juli findet um 22 Uhr auf dem Stéphane-Hessel-Platz ein kleines Fest mit mehreren filmischen Höhepunkten statt. Seine Premiere erlebt der 2020 eigens für das damalige Festivalmotto Motto „Rebellieren und Regieren“ in Auftrag gegebene Film (Produktion 1meter60 Film). Der 15minütige Dokumentarfilm untersucht auf unterhaltsame Weise am Beispiel von historischen und heute lebenden Rebellinnen und Rebellen, wie sie rebellisch wurden, was ihr Rebellentum ausmacht und hinterfragt, ob vielleicht jede Gesellschaft genau diese Menschen dringend braucht. Auch wenn sie unbequem und streitbar sind. Oder gerade, weil sie unbequem und streitbar sind. Prof. Dr. Susanne Rau, Universität Erfurt, wirft verlängernd in unsere Zeit den Gedanken auf: "Die Reflexion über Geschichte und Kontexte, über Rebellionen in anderen Gesellschaften, kann - im Lichte dieser Andersartigkeit - zu Lösungen für unsere heutigen Probleme beitragen." und Prof. Dr. Johann Chapoutot, Sorbonne Paris: „Vielleicht heißt Rebellion heute, sich zu engagieren für das Wohl der Gemeinschaft und nicht mehr gegen den Staat zu kämpfen." Beide sind Sprecher des Wissenschaftlichen Beirates des Rendez-vous'.  
Im Anschluss daran werden Ausschnitte aus dem Film „Der Diplomat - Stéphane Hessel“ (Antje Starost Filmproduktion 1995) gezeigt, der uns noch einmal den "Rebellen" Stéphane Hessel, Autor der Bestseller "Empört Euch!" und "Engagiert Eurch!", in Erinnerung ruft. Die Filmemacher beider Filme werden anwesend sein und für Gespräche zur Verfügung stehen.


Ausschnitt aus dem gleichnamigen Film anlässlich des Weimarer Rendez-vous 2020

Zum Ausklang lassen wir die Eindrücke bei einer musikalisch inspirierten Fassadenprojektion nachwirken. Unser Fest wird vom Weimarer Modetheater „Gnadenlos schick“ begleitet. Eintritt frei. Es gelten die üblichen AHA-Regeln. Eine Anmeldung ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht erforderlich.

Die bereits im letzten Jahr gezeigte Stelen-Ausstellung „Rebellieren und Regieren“ wird noch einmal aufgestellt und lädt zum Entdecken von Persönlichkeiten ein, die mit der Weimarer Geschichte rebellisch und/oder regierend verbunden waren. Vom 8.7. – 31.8.2021 sind an verschiedenen Orten Weimars 15 Biografien ausgewählter Personen zu sehen, deren Lebensweg nach und durch Weimar führte und die für ihre Ideale und Überzeugungen lebten, stritten und kämpften. Die einen subtil künstlerisch wie Gabriele Reuter, Hoffmann von Fallersleben oder Johannes Daniel Falk, die anderen durch zivilen Ungehorsam wie Pfarrer Alexander Wessel oder Kurt Nehrling oder noch andere durch offenen Aufruhr wie Rosa Luxemburg.

Das Festival dankt in diesem Jahr den Unterstützern Sparkasse Mittelthüringen, Weimarer Wohnstätte, Deutsch-Französische Hochschule, Thüringer Staatskanzlei, Verein Weimarer Republik eV, Französisches Büro in Erfurt, Polnisches Institut Berlin-Filiale Leipzig sowie der Stadt Weimar.
Das Filmprojekt wurde gefördert durch den LAP Weimar im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch das Landesprogramm "denkbunt" des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.

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