DISKUSSIONEN IM RADIO

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RADIO F.R.E.I. 96,2 MHz, www.radio-frei.de
27. OKT 20 | 14-15 Uhr (live, 0361-7378888, redaktion@radio-frei.de)
DIE PERSON DES REBELLEN
THEODOR NEUBAUER UND "DAS TOLLE JAHR VON ERFURT"

apl. Prof. Dr. Ulman Weiß (Erfurt) im Gespräch mit Richard Schaefer

Was haben das „tolle Jahr“ in Erfurt im Jahre 1509 und der Historiker und Widerstandskämpfer Dr. Theodor Neubauer miteinander gemein? Der eine hat über das andere wissenschaftlich gearbeitet, doch gleichzeitig stehen beide synonym dafür, dass sich Einzelne gegen herrschende Missstände und gegen ein ganzes System auflehnten.
Enorme Verschwendung und Misswirtschaft durch die amtierenden Ratsherren hatten das spätmittelalterliche Erfurt in große Notlage gebracht, die zu mehreren Unruhen der Stadtbevölkerung führten, dem sogenannten tollen Jahr. War da die Auflehnung gegen die Privilegierten der Stadt nicht notwendig und in jeder Hinsicht unterstützenswert?
Der im Jahr 1890 geborene Erfurter Theodor Neubauer hat sich als Historiker eingehend mit den Wirren der damaligen Zeit auseinandergesetzt und dabei seine Weltsicht als Mitglied der KPD einfließen lassen. Er glaubte fest an die Utopie des Kommunismus und stritt für seine Überzeugung als Reichstagsabgeordneter bis 1933. Die Machtübergabe an Hitler beendete Neubauers Wirken, der nach einer ersten Verhaftung im Jahr 1933 als Widerstandskämpfer in den Untergrund ging. 1944 wurde er erneut verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde noch vor Kriegsende vollstreckt.
Im Gespräch mit dem Historiker Prof. Dr. Ulman Weiß von der Forschungsstelle „Geschichte der älteren Erfurter Universität“ über Theodor Neubauer wird ausgelotet, wie es um sein Verständnis von Revolution und Rebellion bestellt war und wie er sich mit seinen Schriften, aber auch seinen Taten in diesem Spannungsfeld verortete.

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RADIO LOTTE 106,6 MHz, www.radiolotte.de
4. NOV 20 | 12-13 Uhr (live, Fragen an redaktion@radiolotte.de Betreff: rendezvous oder via Facebooknachricht an Radio LOTTE Weimar)
DER REBELL AN DER MACHT? EIN GESPRÄCH MIT BODO RAMELOW
Das Gespräch führt die Historikerin und Autorin Dr. Nora Hilgert (Weimar)

Rebellieren und regieren sind manchmal enger miteinander verknüpft, als es zunächst den Anschein hat. Manchmal trifft beides sogar in einer Person zusammen. So auch in der Person des Ministerpräsidenten des Landes Thüringen, Bodo Ramelow? Als engagiertem Gewerkschafter, der Ramelow vor seiner politischen Karriere in Thüringen war, steckt wohl auch "Rebellentum" in ihm – und auch in seiner Regierungsverantwortung nimmt er kein Blatt vor dem Mund, wenn es darum geht, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Welche Wege ging er vom einstigen Kaufmann zum heutigen Regierungschef und was bedeutet es für ihn, zu „rebellieren und zu regieren“? Neben dieser persönlichen Sicht interessiert das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte, was eigentlich gutes Regieren ausmacht, für Rebellen, für Regierende, ja eigentlich für uns Bürgerinnen und Bürger. Zugleich fragen wir, ob ein Blick in die Geschichte handlungsleitend sein kann oder nicht sogar sein muss. 

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RADIO F.R.E.I. 96,2 MHz, www.radio-frei.de
05. NOV | 14 - 15 Uhr (Aufzeichnung 21. OKT 20)
DER „KLEINE MANN“ ALS REBELL? EIN GESPRÄCH ÜBER DEN VERMEINTLICHEN DURCHSCHNITTSMENSCHEN UND UNSER ALLER MACHT ZUR REBELLION
mit Prof. Dirk van Laak (Leipzig) und Dr. Anna Schober-de Graaf (Klagenfurt)

Der „kleine Mann“ ist eine Figur der alltäglichen Rhetorik und der Vorstellung des vermeintlichen „Durchschnittsmenschen“. Politiker und Intellektuelle verstehen sich gern als seine Sprachrohre, halten ansonsten gegenüber vermeintlichen „Massen“, „Mitläufern“ oder „Opportunisten“ aber gern auf Abstand. Die Kulturwissenschaftlerin Anna Schober-de Graaf treibt seit längerem die Figur des „Jedermann“ um, den Historiker Dirk van Laak die Figur des „kleinen Mannes“ auf der Straße. Im Gespräch wollen sie ausloten, wer der „kleine“ Herr Jedermann und die „kleine“ Frau eigentlich sind. An historischen Beispielen soll die Frage diskutiert werden, aus welchen Gründen und in welchen Formen er und sie politisch aktiv und rebellisch gegen „die da oben“ werden. Kontrovers debattiert wurde dies zuletzt unter anderem in Bezug auf die Frage, wer eigentlich die „Friedliche Revolution“ getragen hat.

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MDR THÜRINGEN - Das Radio,
www.mdr.de/mdr-thueringen/sendungen/kulturnacht-112.html
Kulturnacht 8. NOV 20 | 22-23 Uhr (Aufzeichnung am 04. NOV, Fragen auch via Facebooknachricht an das Weimarer Rendez-vous www.facebook.com/weimarer.rendezvous)
WIE GEHT GUTES REGIEREN UND WIE LEGITIM SIND REBELLIONEN?
EIN INTERNATIONALER VERGLEICH (USA, FRANKREICH, DEUTSCHLAND)

mit Prof. Dr. Michael Dreyer (Jena), Prof. Dr. Johann Chapoutot (Paris), Prof. Dr. Martin Sabrow (Potsdam) Moderation: Michael Hesse (Erfurt) und Dr. Nora Hilgert (Weimar)

Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von Herrschaft und damit auch dem Regieren einer kleinen Minderheit über die Mehrheit. Läuft das Handeln der Regierenden in eine als falsch empfundene Richtung oder wird gar Zwang und Repression ausgeübt, die die Freiheit einschränken, kann es zu einer Auflehnung eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe gegen diesen Apparat kommen, um eine Änderung der zumeist als ungerecht empfundenen Zustände zu erwirken. Greift der rebellische Gedanke um sich, erwachsen daraus gar Revolutionen und verändern mitunter ganze Gesellschaften und die Grundlagen, auf denen sie aufbauen. Experten aus den Bereichen Geschichts- und Politikwissenschaften beleuchten historische und aktuelle Beispiele rebellischer Auflehnungen in drei verschiedenen Ländern, Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Es gilt zu fragen, was Rebellionen im Einzelnen, aber auch im Allgemeinen legitimiert, ja rechtfertig, und wie gutes oder schlechtes Regierungshandeln Einfluss auf die Rebellionen genommen hat. Welche Rolle spielt die Verfasstheit der Regierung - also ob sie demokratisch legitimiert ist oder auf einer Diktatur beruht - für die Legitimation der Auflehnung?  Die Diskussion möchte Denkanstöße geben, die in die Bewertung unserer Gegenwart einfließen können. Befinden wir uns vielleicht nicht nur in einer Zeit der Empörung, sondern einer ganzheitlichen Rebellion gegen unsere überkomplex gewordene Welt?

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RADIO LOTTE 106,6 MHz, www.radiolotte.de
11. NOV 20 | 11-12 Uhr (live, Fragen an redaktion@radiolotte.de Betreff: rendezvous oder via Facebooknachricht an Radio LOTTE Weimar)
„DAS VOLK SIND WIR!“
Erhard Stackl (Wien) und Dr. Andreas Braune (Jena) werfen einen Blick zurück auf die Rebellionen im Ostblock der 1980er Jahre

In einer demokratisch verfassten Gesellschaft scheint die Frage nach der Legitimität von Rebellionen fast obsolet, denn sie ist selbstverständlich möglich, weil Rede- und Versammlungsfreiheit, Individualismus und dessen Anerkennung fester Bestandteil dieser Gesellschaft sind. Doch wie werden und wurden Diktaturen und Unrechtsregime gestürzt? Rebellion, ja vielleicht sogar Revolution scheinen die Mittel der Wahl. Wie ist der Sturz der DDR-Diktatur des Proletariats einzuschätzen und welche Parallelen zeigen sich in der jüngsten Vergangenheit beispielsweise in der Ukraine oder Weißrussland?

Dr. Andreas Braune, Politikwissenschaftler, und Erhard Stackl, der den zerfallenden Ostblock 1989 als Journalist bereiste, stellen sich diesen Fragen.

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RADIO LOTTE 106,6 MHz, www.radiolotte.de
18. NOV 20 | 11-12 Uhr (live, Fragen an redaktion@radiolotte.de Betreff: rendezvous oder via Facebooknachricht an Radio LOTTE Weimar)
TOO MUCH FUTURE? PUNK IN DER DDR
mit Maik Reichenbach und Henryk Gericke

Die Punk-Sub- und Gegenkultur war ein fester Bestandteil der DDR, doch wie hörte sich diese eigentlich an? Maik Reichenbach und Henryk Gericke sind dem Sound einstiger Zeit nachgegangen und haben ein beeindruckendes Album bisher unveröffentlichter Aufnahmen zusammengestellt. Gemeinsam mit Shanghai Drenger sprechen sie über ihre Hörerfahrung und wogegen Punk damals (und heute) eigentlich rebellierte.

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RADIO LOTTE 106,6 MHz, www.radiolotte.de
25. NOV 20 |11-12 Uhr (live, Fragen an redaktion@radiolotte.de Betreff: rendezvous oder via Facebooknachricht an Radio LOTTE Weimar)
THOMAS MÜNTZER - FANATISCHER REBELL ODER REBELLISCHER VISIONÄR?
mit Prof. Dr. Johann Chapoutot (Paris) und Dr. Thomas T. Müller (Mühlhausen)

Thomas Müntzer zog mit einem als fast fanatisch anzunehmenden Sendungsbewusstsein durch die Straßen und Gassen Mühlhausens und anderer Städte des heutigen Thüringens. Angeblich wollte er die Entmachtung der Fürsten, die Herrschaft der Bauern und die Abschaffung der klerikalen Macht mit Worten, notfalls auch Gewalt erzwingen. Thomas Müntzer war ein Rebell, doch was ließ ihn dazu werden und was formte seine Ideale, die ihn am Ende das Leben kosteten? Und wie wurde die Person dieses Rebells in der Vergangenheit und in verschiedenen Ländern interprätiert?

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RADIO F.R.E.I. 96,2 MHz, www.radio-frei.de
26. NOV | 14-15 Uhr (live, 0361-7378888, redaktion@radio-frei.de)
VOM REBELLIEREN UND SCHEITERN
Prof. Dr. Susanne Rau (Erfurt) im Gespräch mit Dr. Daniel Palm (Erfurt) u.a.

 

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