NOV 2020

WEIMARER RENDEZ-VOUS MIT DER GESCHICHTE 2020 ZUM THEMA „REBELLIEREN UND REGIEREN“ DAS DIESJÄHRIGE GESCHICHTSFESTIVAL FINDET VOM 04. NOV -04 .DEZ 20 AUF DER STRASSE UND IM RADIO STATT


Obwohl die geplante Eröffnung des Festivals am 6.11. auf dem Stéphane-Hessel-Platz aufgrund der verschärften Corona-Maßnahmen leider ausfallen muss, findet das Weimarer Geschichtsfestival 2020 dennoch statt! Anders als gewohnt: auf der Straße und im Radio.

Über das Motto „Rebellieren und Regieren“ hatte sich der wissenschaftliche Beirat schon im Januar verständigt - ohne zu ahnen, wie aktuell er damit sein würde.
"In der Geschichte wie in der Gegenwart bewegen sich Rebellionen im Spannungsfeld von politischer, ökonomischer und sozialer Herrschaft und dem Widerstand dagegen. Dabei wandeln sich auch die Formen des Rebellierens und reichen von zivilem Ungehorsam unter ausdrücklichem Gewaltverzicht bis zur offenen Gewalt.", umreißt Frau Prof. Dr. Susanne Rau (Erfurt), Sprecherin des Beirates, das Motto. Als Widerstand gegen Ungerechtigkeit hat die Rebellion heute oftmals die Gunst des Publikums auf ihrer Seite. Umgekehrt lässt sich aber auch fragen: Ist Regieren immer schlecht? Oder was macht gutes Regieren aus, so dass Rebellionen dagegen gar nicht erst nötig werden?
Das diesjährige Festival versucht, das Thema anhand von ausgewählten "RebellInnen und/oder Regierenden" aufzugreifen, deren Leben und Wirken in der einen oder anderen Weise mit der Stadt verbunden war. Entstanden ist eine Ausstellung im öffentlichen Raum: 15 Biografien werden an 11 Standorten vom 6.11. an in Weimars Innenstadt präsentiert. Besonders wichtig war dabei, eher unbekannte Weimarer und Durchreisende oder bislang weniger bekannte Aspekte berühmterer Zeitgenossen vorzustellen und sie durch ihre Briefe und Zitate auch selbst zu Wort kommen zu lassen. "Gemeinsam ist ihnen allen," so die Kuratorinnen, Franka Günther und Dr. Nora Hilgert, "dass sie an einem bestimmten Moment ihres Lebens aus politischer, religiöser oder ethischer Überzeugung gegen die bestehenden Verhältnisse rebelliert haben. Wir schauen hierfür in die Weimarer und europäische Geschichte – auch wenn das Verhalten kein historisches Phänomen ist."

Der Charakter des Festivals mit seinen Diskussionen unter Einbeziehung des Publikums ließ sich im Corona-Jahr am ehesten im Radio umsetzen und so freut sich die Festivalleitung über die Kooperation mit Radio Lotte Weimar, Radio F.R.E.I. Erfurt und dem MDR Thüringen Radio. Vom 04.11-26.11. finden sieben verschiedene Diskussionen zum diesjährigen Thema statt, teils live, teils aufgezeichnet. Vor oder während der Live-Sendungen haben die HörerInnen die Möglichkeit, per E-Mail, Facebook-Nachricht oder Anruf Fragen zu stellen; bei Aufzeichnungen gilt dies bis zum Tag davor. Los geht's am 4.11.: Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow wird von 12-13 Uhr zu Gast sein und sich mit der Wissenschaftlerin und Autorin Nora Hilgert zum
Thema Der Rebell an der Macht? unterhalten: live auf Radio Lotte Weimar, 106,6 MHz.
Die Eröffnungsveranstaltung wird im kommenden Jahr nachgeholt - je nach Corona-Situation im April oder im Juli. Dann wird auch der Film vorgestellt, der extra für das diesjährige Festival produziert wurde. Er zeigt auf unterhaltsame Weise am Beispiel von historischen und heute lebenden RebellInnen, wie sie rebellisch wurden, was ihr Rebellentum ausmacht und hinterfragt, ob vielleicht jede Gesellschaft genau diese Menschen dringend braucht. Auch wenn sie unbequem und streitbar sind. Oder gerade, weil sie unbequem und streitbar sind? Die Filmpremiere wird dann 2021 als Projektion auf die Fassade des Bauhaus-Museums Weimar organisiert. Einen Vorgeschmack auf den Film gibt es aber ab 06.11.2020 auf der Webseite des Rendez-vous.

Das Festival dankt in diesem Jahr den Unterstützern Sparkasse Mittelthüringen, Weimarer Wohnstätte, Deutsch-Französische Hochschule, Thüringer Staatskanzlei, Verein Weimarer Republik e.V., Französisches Büro in Erfurt, Polnisches Institut Berlin-Filiale Leipzig sowie der Stadt Weimar.

Das Filmprojekt wurde gefördert durch den LAP Weimar im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch das Landesprogramm »denkbunt« des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.
Präsentiert wird das Festival von der Thüringischen Landeszeitung, der Zeitschrift Ggeschichte und Radio Lotte, weitere Medienpartner sind die Thüringer Allgemeine und Radio F.R.E.I.