WEIMARER RENDEZ-VOUS MIT DER GESCHICHTE

AUF AUGENHÖHE?! BEZIEHUNGSGESCHICHTE(N)
10.-12. NOV 2017

Ein Blick in die Nachrichten dieser Tage lässt in Vielen ein Gefühl aufkommen: Unsere umfassend vernetzte Welt scheint aus den Fugen. Die Kriege, sozialen, politischen oder wirtschaftlichen Krisen der Welt haben nicht (mehr) nur lokale Bedeutung, sondern gehen uns alle an. Ob Flüchtlinge, Klimawandel, Währungskrisen, Brexit, Trump, das Aufblühen populistischer Strömungen und die schleichende Wiederkehr autokratischer Regierungsformen auch in Europa sind nur einige der Dauerthemen. Begegnen wir einander dabei auf Augenhöhe?

Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte 2017 fragt ausgehend von diesen allzu oft alarmistischen Wahrnehmungen nach Beziehungen politischer, wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Art, die in Geschichte (und Gegenwart) untereinan­der, gegeneinander, mit- und zueinander agieren. Unsere Welt ist - nicht allein durch die Erfindung des Internets und unser sich mithin fundamental veränderndes Kom­munikationsverhalten - komplexer geworden. Auch die vielen globalen politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen tragen ihren Teil dazu bei. Einfache Antworten gibt es nicht, auch wenn so mancher Politiker, Aktivist und Stammtischexperte uns das glauben machen will. Wie in vielen Zusammenhängen, aber gerade hier, ist der Blick in die Geschichte hilfreich und von höchster Dringlichkeit. Denn die Gegenwart ist nicht aus sich selbst heraus erklärbar. Der Blick muss immer wieder auch zurückge­wandt werden, um die Ursachen und die Entwicklung heutiger Phänomene besser zu verstehen bzw. sie in Beziehung zu setzen, zu dem was war und zu dem was ist.

Ausgehend von den Beziehungen und Verflechtungen unserer Zeit werden wir gezielte Fragen an die Vergangenheit stellen und die nötigen historischen Zwischenbö­den zu ihrem Verständnis einziehen. Der Blick reicht dabei von der Antike bis zur Zeitgeschichte und in die jüngste Gegenwart. Welche sozialen Beziehungen sind nötig, um die Demokratie zu gewährleisten? Wie waren diese im antiken Griechenland als Wiege der Demokratie gestaltet? Wie waren die internationalen Beziehungen in Zeiten des Kalten Krieges ausgestaltet? Welche Geschichte(n) verbinden die Länder des Weimarer Dreiecks Frankreich, Deutschland und Polen? Welche Einfluss haben Twitter, Facebook und Co auf unsere Kommunikation und gab es jemals vergleich­bare Phänome? Dabei weiten wir den Blick nicht nur epochal sondern auch geo­grafisch und betrachten andere Weltregionen außerhalb Europas. Wie viel­schichtig vermeintlich klare Machtkonstellationen beispielsweise zwischen den Kolonialmächten und Afrika waren und welche Auswirkungen wir hiervon heute noch spüren.

 

Schirmherrschaft:
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D.
Philippe Etienne, Botschafter der Republik Frankreich in der Bundesrepublik Deutschland
Prof. Dr. Andrzej Przyłębski, Botschafter der Republik Polen