FILMPROGRAMM 2019

2. NOV | 11 Uhr | Notenbank Weimar | Eintritt frei

PROFESSOR MAMLOCK

(DDR 1961, sw, 100 min)
Regie: Konrad Wolf, Darsteller: Wolfgang Heinz, Ursula Burg, Hilmar Thate, Lissy Tempelhof
nach einer literarischen Vorlage von Friedrich Wolf
anschließend Gespräch mit Daniel Gaede (Weimar)
 
Eine deutsche Universitätsstadt zu Beginn des Jahres 1933. Professor Mamlock ist Jude und Chef einer chirurgischen Klinik. Politik interessiert ihn nicht, auch nicht die Warnung vor den Nazis. Er setzt auf Staat, Familie und humanistische Prinzipien. Den verwundeten Kommunisten Walter versorgt er zwar medizinisch, aber er versteht ihn nicht. Seinem Sohn Rolf weist er die Tür, als dieser zum Widerstandskämpfer wird. Seiner Tochter Ruth glaubt er nicht, dass man sie als Jüdin aus der Schule geworfen hat. Auch die völkischen Reden des Dr. Hellpach hat er nie ernst genommen. Erst als auch er seine Arbeit verliert und von SA-Leuten aus der Klinik geführt wird, bricht sein Glaube an Recht und Ordnung zusammen. Durch die Intervention eines einflußreichen Unternehmers bekommt er seine Arbeitserlaubnis als Chefchirurg wieder. Bedingung ist jedoch, dass er die Entlassungsliste der anderen jüdischen Mitarbeiter unterschreibt.

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2. NOV | 13.30 Uhr | Notenbank Weimar | Eintritt frei

UNSER KURZES LEBEN

(DDR 1981, 116 min)
Regie: Lothar Warnecke Darsteller: Simone Frost, Christian Steyer, Christine Schorn, Barbara Dittus, Uwe Kockisch, Helga Ziaja
anschließend Gespräch mit Dr. Jens Riederer (Weimar)
 
Nach ihrer Scheidung entschließt sich die Architektin Franziska Linkerhand, für ein Jahr aus Berlin in eine Provinzstadt zu gehen - auch um sich von ihrem Professor, mit dem sie bisher zusammen arbeitete, freizumachen. Franziska ist eine Maximalistin, und rigoros vertritt sie ihren Anspruch, Ideal und Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen. In der Stadt N. kommt sie in ein Kollektiv, dessen Chef Schafheutlin vor den Zwängen der Praxis bereits kapituliert hat. Auseinandersetzungen sind zwangsläufig. In dem Kipperfahrer Trojanovicz lernt sie einen neuen Mann kennen und lieben. Aber wie im Beruf macht sie auch im Privatleben keine Kompromisse und so scheitert diese Beziehung. Die Zusammenarbeit mit Schafheutlin indes entwickelt sich positiv. Durch ihr Engagement löst er sich aus seiner Erstarrung, während Franziska von seinem Realitätssinn profitiert.

Der Film enthält Tragisches und Komisches, alltägliche Probleme und solche von existentieller Bedeutung. Er stellt Fragen und tut nicht so, als ob er schon alle Antworten wüsste. (Renate Holland-Moritz)

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2. NOV | 16 30 Uhr | Notenbank Weimar | Eintritt frei

ÄRZTINNEN

(DDR 1984, 103 min)
Regie: Horst Seemann, Darsteller: Judy Winter, Inge Keller, Rolf Hoppe, Michael Gwidsek, Käthe Reichel
anschließend Filmgespräch mit Dr. Michael Grisko (Erfurt)

Die Ärztin Lydia Kowalenko verliert ihre Arbeit in einem pharmazeutischen Betrieb, weil sie sich weigert, Mängel von firmeneigenen Präparaten, die Todesfälle verursacht haben, zu vertuschen. Sie findet durch Beziehungen bald eine neue Stelle. Doch ihren alten Chef hat sie aufgrund einer Firmenzusammenlegung wieder. Sie beginnt, sich anzupassen. Ihre Tochter Katia, ebenfalls Ärztin, ist von vornherein skrupellos auf ihre Karriere bedacht. Ihrer Forschungsarbeit wegen nimmt sie in der Klinik einen nicht notwendigen operativen Eingriff vor, an dem die Patientin stirbt. Katias Sohn Thomas, der auch Arzt werden will, arbeitet als Hilfskraft in der Pathologie. Er erlebt, wie der Fall verschleiert und ein Prozess durch den Klinikdirektor verhindert wird. Dann hat Thomas selbst einen Unfall und im Krankenhaus wird ihm eine Transfusion künstlichen Blutes verabreicht, das noch in der Erprobungsphase ist.

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2. NOV | 17 Uhr | kino mon ami | Eintritt 6€, erm. 5€

DAS VERSPRECHEN

(CH/F/D 1994, 115 min)
Regie: Margarethe von Trotta, D: Meret Becker, Corinna Harfouch, August Zirner

Berlin, Anfang der 1960er Jahre, kurz nach dem Bau der Mauer. Das Liebespaar Sophie und Konrad will gemeinsam in den Westen fliehen. Doch nur Sophie gelingt die Flucht, Konrad bleibt in der DDR zurück. 
Jahre später treffen die beiden sich kurz in Prag wieder. Sophie wird in dieser Nacht schwanger. Aber nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes bricht sie den Kontakt zu Konrad ab. Erst im Jahr 1989, als die Mauer endlich fällt, sieht Konrad Sophie wieder und lernt seinen Sohn Alexander kennen.

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2. NOV | 19 Uhr | kino mon ami | Eintritt 6€, erm. 5€

LEIPZIG IM HERBST

(DDR 1989, 53 min)
Regie: Gerd Kroske, Andreas Voigt

Der Film dokumentiert den Herbst ´89, als sich die Ereignisse auf den Straßen in Leipzig überstürzen. Demonstranten, Zugeführte, Polizisten, Wehrpflichtige, Pastoren, Arbeiter und Funktionäre werden befragt. Erbitterung, Angst und Hoffnung werden widergespiegelt sowie jene gefährliche Zuspitzung der Lage, als fast jeder mit Gewalttätigkeit rechnete und einige wenige Funktionäre gemeinsam mit Oppositionellen versuchten, Gewaltfreiheit zu erreichen. Trotz der revolutionären Situation, die mehr von den Massen als dem Einzelnen getragen wird, werden die verschiedenen Charaktere auf beiden Seiten sichtbar. Revolution in Deutschland zwischen Erbitterung und Hoffnung, ausgetragen zwischen Dienstschluß und Schlafenszeit.

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3. NOV | 17 Uhr | kino mon ami | Eintritt 6€, erm. 5€

STILLES LAND

(D 1992, 98 min)
Regie: Andreas Dresen, D: Thorsten Merten, Jeannette Arndt, Kurt Böwe

Während sich die politischen Ereignisse der Wendezeit überschlagen, herrscht in der Provinz noch Stille, so auch an einem Kleinstadttheater. Der junge Regisseur Kai soll dort zum ersten Mal inszenieren – ausgerechnet "Warten auf Godot". Sein Enthusiasmus wird durch die vorsichtige Zurückhaltung und die Gleichgültigkeit der Schauspieler gebremst. Langsam tauen die Akteure auf und verfassen eine gemeinsame Petition an Honecker. Als die Mauer fällt, scheitert allerdings ein gemeinsamer Ausflug; nur die Assistentin Claudia macht sich alleine auf den Weg. Und kehrt mit einem Hamburger Schauspieler zurück.