SONNTAG 28. OKT 2018

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Vortrag
11 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar

DAS HB-MÄNNCHEN UND DER MARLBORO-MAN.
DIE MACHT DER WERBUNG UND DIE ZEIT

Prof. Dr. Gerhard Paul (Flensburg)

Kaum etwas ist für die letzten Generationen so prägend gewesen wie Werbung in Magazinen, Zeitungen, dem Fernsehen oder Radio. Die einfachsten Werbebotschaften brennen sich mitunter tief in unser Gedächtnis ein und werden mitunter zu Alltagsfloskeln. Hat Werbung dann funktioniert, wenn sie uns so sehr verführt, dass wir sie in unseren Sprachgebrauch aufnehmen? Welchen Faktor spielt die Zeit? Wie funktioniert die Sogkraft von Werbung und war das schon immer so? Der Vortrag gibt Einblicke in die vergangenen Jahrzehnte und erklärt, warum wir lieber Persil- oder Spee-Waschmittel kaufen als das unbekannte Billig-Produkt.

 

Vortrag
in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin Filiale Leipzig
12 Uhr | Stadtmuseum Weimar

HARRY GRAF KESSLER UND DIE GRÜNDUNG DER ZWEITEN POLNISCHEN REPUBLIK

Wolfgang Templin (Berlin)

Wolfgang Templin erzählt die abenteuerliche Geschichte der zweiten Gründung des polnischen Staates; und die begann damit, dass Harry Graf Keßler Józef Piłsudski aus der Magdeburger Festungshaft holte und nach Warschau brachte, wo dieser dann nach 123 Jahren der Aufteilung zwischen Russland, Österreich und Preußen im November 1918 Polen als souveränen Staat neu gründete. Der Zweiten Polnischen Republik aber gab kaum einer seiner Nachbarn eine Überlebenschance. Sie wurde in Europa als „Saisonstaat“ oder störender Raum zwischen Deutschland und Russland betrachtet. Auseinandersetzungen zwischen extremen Linken und Rechten beförderten die Instabilität der neuen Republik. Dennoch gelang es über 20 Jahre lang, Polen als selbständigen Staat zu erhalten. Erst der gemeinsame Überfall Deutschlands und der Sowjetunion beendete 1939 die Existenz Polens zeitweilig wieder.
Wolfgang Templin schildert die frappierenden Umstände der Gründung der Zweiten Polnischen Republik, ihre äußere Bedrohung durch die Nachbarstaaten wie etwa den Krieg gegen Sowjetrussland, aber auch die inneren Konflikte und liefert damit auch einen Schlüssel zum besseren Verständnis der aktuellen polnischen Auseinandersetzungen.

 

Podium
13 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar

"EHRLICH, SO WILLST DU RUMLAUFEN?"
MODE UND MANGEL IN DER SPÄTEN DDR UND DER VR POLEN

Dr. Anna Pelka (Regensburg), Klaus Ehrlich (Sylt)
Moderation: Dr. Jens Riederer (Weimar)

Wenn Mode ein Ausdruck von Überfluss ist, wie konnte es sie dann in den Mangelgesellschaften DDR und Polen geben? Es war auch hier die Jugend, die so stark danach verlangte, dass die Herrschenden, um sie nicht ganz an die westliche Mode zu verlieren, nicht umhin konnten, ab Ende der 1960er Jahren eigene Angebote zu unterbreiten. Wurde versucht, eine sozialistische oder DDR-Mode zu entwickeln? Gab es gar vorgegebene Modelinien? Wie stark folgte man doch westlichen Modetrends? Welche Freiheiten im Modeverhalten waren in beiden Ländern möglich? Diese und andere Stilfragen diskutieren der einzige Modefilmer der DDR Klaus Ehrlich und die polnische Kulturhistorikerin Anna Pelka.

 

Podium
carte blanche G/Geschichte
15 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar

SAG‘ MIR, WAS DU KAUFST UND ICH SAGE DIR, WER DU BIST.
KONSUM UND IDENTITÄT IN ZEITEN DES ÜBERFLUSSES

Dr. Sandra Schürmann (Hamburg), Dr. Nina Mackert (Erfurt),
Prof. Dr. Rainer Gries (Wien)
Moderation: Christine Richter (G/Geschichte)

Was essen wir? Welche Kleidung tragen wir? Welches Auto fahren wir? Durch Kaufentscheidungen bringen wir zum Ausdruck, wer wir sein wollen. Das gilt vor allem in den Industriegesellschaften seit dem 19. Jahrhundert und in Zeiten des Massenkonsums. Wir sprechen darüber, wie Konsumwünsche und materielle Sehnsüchte entstanden sind: Warum wollen Menschen bestimmte Dinge besitzen? Wie werden sie zum Kauf verführt?  Wer beeinflusst sie? Und welche Motivation steckt dahinter? Welchen Einfluss haben Werbung und Kreditversprechen? Die Diskussion liefert spannende Erkenntnisse aus der Vergangenheit mit Blick auf Gegenwart und Zukunft.

 

Podium
16 Uhr | Stadtmuseum Weimar

MÄDCHEN, HAST DU HUNGER?
VON WISSBEGIERIGEN UND LEBENSHUNGRIGEN FRAUEN AM BAUHAUS

Ute Ackermann (Weimar), Seraina Graf (Zürich)
Moderation: Dr. Jens Riederer (Weimar)

Bildungseinrichtungen, in denen sie bald nicht selten die Hälfte der Lernenden ausmachten. Diese Invasion junger selbstbewusster Frauen führte zu einer tiefen Verunsicherung selbst unter sich für tolerant haltenden Männern, die über Nacht ihre „natürliche“ Vorrangstellung eingebüßt hatten.
Ausgangspunkt des Gesprächs bilden die Biografien zweier Bauhäuslerinnen. Die Berlinerin Dörte Helm (1898-1941) war Lehrling in den Werkstätten für Wandmalerei und Textilien am Staatlichen Bauhaus Weimar. Die gebürtige Weimaranerin Karla Grosch (1904-1933) wirkte als Tänzerin und Gymnastiklehrerin am Bauhaus in Dessau. Vorgestellt werden neue, alte und noch unentschiedene Frauenrollen am Bauhaus wie auch die Frauenbilder der Bauhausmeister. Gemeinsam mit dem Publikum können damalige Möglichkeiten selbstbestimmter Lebensgestaltung für Frauen diskutiert werden.

 

Podium
17 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar

IM BANN DER VERSCHWÖRUNG(STHEORIE).
EIN HISTORISCHER BLICK AUF DIE FASZINATION FÜR DIE MACHENSCHAFTEN „DUNKLER MÄCHTE“

Dr. Thomas Grüter (Münster), Dr. Anne-Simone Rous (Dresden),
Prof. Dr. Dr. Detlef Junker (Heidelberg)
Moderation: Dr. Nora Hilgert (Frankfurt/Main)

Hexen, die Menschen in ihren Bann schlagen, die Dolchstoßlegende des Ersten Weltkriegs, Kondensstreifen am Horizont, 9/11, Area 51, der Tod John F. Kennedys. Die Liste der Verschwörungstheorien, die sich auf einzelne Ereignisse oder Personengruppen in unterschiedlichen Ländern beziehen, ist scheinbar unendlich lang und sie reicht weit zurück in die Geschichte der Menschheit. Seit mehreren hundert Jahren wird versucht, komplexe Alltagsphänomene zu erklären, indem die Machenschaften "dunkler Mächte" dahinter vermutet werden. Nicht nur die Verschwörungstheoretiker selbst glauben daran, auch ihre oft große Schar an Anhängern. Wie ist dieses Phänomen historisch zu erklären? Was fasziniert Menschen daran?

 

Abschlussabend
18 Uhr | Notenbank Weimar

DIE EUROPÄISCHE IDEE 1945 UND HEUTE
ODER WAS HAT "DER KLEINE PRINZ" MIT WEIMAR ZU TUN?

 

Ein deutsch-französischer Abend mit Lesung, Musik und Kulinarischem sowie Gästen u.a. aus Blois

 

Musiktheater
20 Uhr | Notenbank Weimar

EIN FELD VOLLER BLUMEN. 1914-1994
MUSIKTHEATERSTÜCK VON UND MIT CORINNE DOUARRE

Corinne Douarre Gesang, Klavier, Autoharp, Texte und Klangcollagen
Spielzeit: 70 Minuten

Die Liebe, die mein Vater für die Deutschen empfand, war für mich ein Rätsel. Von 1943 bis 1945 war er als Zwangsarbeiter in einem Arbeitslager in Plauen. Als er zurückkam, hatte er fast alle Zähne verloren und war so dünn, dass seine Schwester ihn nicht erkannte: "Papa, guck mal, da ist ein Greis an der Tür." Der Greis war 21 Jahre alt. (Corinne Douarre)

Corinne Douarre ist eine französische Chansonpoetin, die heute in Berlin lebt. 1994 begibt sie sich im Alter von 24 Jahren auf die Spuren ihres kürzlich verstorbenen Vaters, Raymond Douarre, und fährt nach Plauen. Sie sieht dort das Gelände, auf dem ihr Vater gelebt hatte, nunmehr ein Feld voller Blumen, und schreibt: „Das Feld liegt nicht brach, es blüht, und das ist alles, was ich wissen wollte“.
2005 findet die Mutter von Corinne Douarre Briefe des Vaters. Darin schildert er sein Leben im Lager, aber vor allem auch seine Freundschaft mit dem Komponisten Wilhelm Hohmann und dessen Lebensgefährtin „Frau Elisabeth“ aus Plauen, mit denen er nach dem Krieg einen berührenden Briefkontakt unterhält.
Und langsam entsteht Verständnis für die Liebe des Vaters.
Dieses Stück präsentiert in einer lebendigen Collage einen Teil der deutsch-französischen Vergangenheit. Es geht um Krieg und Nachkriegsfreundschaften, um das Leben im "Land des Feindes", um den Mauerfall, das Berlin der 90er Jahre und um Reisen: geplante und zwangsverordnete Reisen, geglückte und misslungene Reisen, erträumte und tatsächliche Reisen. Eine musikalische, poetische und informative Spurensuche.

 

FREITAG 26. OKT
SAMSTAG 27. OKT

SONNTAG 28. OKT

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