FILMREIHE: RELIGION UND GLAUBEN

MIT EINEM KLICK AUF DIE EINZELNEN VERANSTALTUNGEN ERFAHREN SIE MEHR.

25. NOV | 20 Uhr | Kino mon ami
in Kooperation mit dem Institut Français en Thuringe, Thüringer Staatskanzlei

JE SUIS CHARLIE (OMU)


(c) Temperclay-Film

Eröffnung und Diskussion mit Dr. Marc Sagnol (Erfurt), Paul Maurice (Paris), Sascha Oehme (Weimar)

Am 07. Januar 2015 stürmten zwei islamistische Terroristen die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo in Paris und richteten ein Blutbad an. Daniel und Emmanuel Leconte rekonstruieren in Ihrem Dokumentarfilm den Ablauf des Anschlages, aber hinterfragen gleichermaßen, was Satire darf und was nicht. Außerdem beschäftigt sich JE SUIS CHARLIE mit den Auswirkungen, die dieser schwarze Januar-Tag auf die französische Gesellschaft gehabt hat. Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion statt mit Dr. Marc Sagnol, Leiter des französischen Kulturbüros in Thüringen Paul Maurice, Historiker aus Paris und Sascha Oehme, Islamwissenschaftler und Ausländerbeauftragter der Stadt Weimar.

F 2015, 90 min, OmU, FSK o. A., empfohlen ab 14 J.
R: Daniel Leconte, Emmanuel Leconte

26. NOV | 12 Uhr | Kino mon ami

DAS BRANDNEUE TESTAMENT


(c) NFP Filmverleih

Gott existiert und er lebt in Brüssel. Doch der Allmächtige ist kein weiser Weltenlenker, sondern ein Familienvater, der frustriert im Bademantel durch die Wohnung schlurft und Frau und Tochter Éa tyrannisiert. Ansonsten hockt Gott vor seinem Computer und tüftelt mit diebischer Freude jene dummen, sadistischen Gebote aus, die zu den Fragen führen, die die Menschheit bewegen: Warum fällt der Toast immer auf die Marmeladenseite, und weshalb erwischt man im Supermarkt grundsätzlich die langsamste Schlange an der Kasse? Irgendwann hat Éa die Nase voll und hackt sich in Gottes Computer ein. Erfreulich inkorrekt in jeder Beziehung erzählt Jaco van Dormael von einer eher untypischen Kleinfamilie.

F/B/L 2014, 116 min, FSK 12, empfohlen ab 14 J.
R: Jaco van Dormael, D: Benoît Poelvoorde, Catherine Deneuve, Francois Damiens, Yolande Moreau, Pili Groyne

26. NOV | 15 Uhr | Kino mon ami

KREUZWEG


(c) Camino Filmverleih

Die junge Maria lebt zwischen zwei Welten. In der Schule ist sie das 14-jährige Mädchen mit den typischen Interessen eines Teenagers. Zu Hause, in ihrer Familie, folgt sie den Lehren der Priesterbruderschaft Pius XII. und deren traditionalistischer Auslegung des Katholizismus. Alles, was Maria denkt und tut, muss die Prüfung vor Gott bestehen. Und weil dieser ein strenger Hüter ist, bleibt die Furcht vor dem Fehltritt ihre stete Begleiterin. Dietrich Brüggemann entfaltet das Seelenleiden seiner jungen Protagonistin in den 14 Bildern des Kreuzwegs – von "Jesus wird zum Tode verurteilt" bis "Der heilige Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt". Silberner Bär und Preis der Ökumenischen Jury der Berliner Filmfestspiele 2014.

D 2014, 107 min, FSK 12
R: Dietrich Brüggemann, D: Lea van Acken, Franziska Weisz, Florian Stetter, Hanns Zischler

26. NOV | 18 Uhr | Kino mon ami
Veranstaltung des Vereins Weimarer Republik e. V. im Rahmen des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte

DER MÜDE TOD


(c) Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung

Einführung mit Dr. Jens Riederer (Weimar)

Nach dem großen Sterben des Weltkrieges ist sogar der Tod seines Amtes müde, doch Gott verlangt, dass er seiner Pflicht weiter nachkomme. Um ihren Geliebten dem „Gevatter Tod“ wieder zu entreißen, verlangt dieser von einer jungen Frau einen anderen Menschen als Ersatz. Aber auch Alte und Kranke wollen ihr Leben nicht für das eines jungen Menschen hergeben. Ein von der Frau aus den Flammen gerettetes Kind will sie ihrerseits nicht opfern, denn alle Lebenden haben den gleichen Wert. In einer altdeutschen Rahmenhandlung und drei exotischen Episoden, die im Venedig der Renaissance, dem Orient und dem alten China spielen, geht es immer um die gleiche Frage: ist die Liebe stärker als der Tod. Stark ist der Glaube an die Kraft der Liebe, dennoch finden sich die jungen Liebenden erst im Tode wieder vereint. Mit seinem frühen Meisterwerk gelang Fritz Lang der künstlerische Durchbruch. Licht, Bewegung, Maske, Dekor und Tricktechnik zeigen seinen bildgewaltigen Filmstil. Die Hauptdarstellerin Lil Dagover wurde in Weimar für den Film entdeckt.


D 1921, 94 min, restaurierte Stummfilmfassung mit Musik
R: Fritz Lang, D: Lil Dagover, Walter Janssen, Bernhard Goetzke, Hans Sternberg, Karl Rückert

26. NOV | 20 Uhr | Kino mon ami

ANDREJ RUBLJOW (OmU)


(c) DEFA Stiftung

Tarkowskij schildert die Lebensgeschichte des malenden Mönchs Rubljow, der als Schüler des Griechen Theophanes mit seiner Ikonenmalerei stilbildend werden sollte. Menschenverachtende Macht- und Kriegspolitik seiner Auftraggeber stürzen ihn in eine tiefe schöpferische Krise, gleichzeitig werden sie aber auch zur Triebfeder für die Auseinandersetzung mit der komplexen Position des Künstlers in der Gesellschaft. Regisseur Tarkowskij zeichnet ein Künstlerleben inmitten eines brutalen mittelalterlichen Umfelds und plädiert dabei für die Freiheit von Mensch und Kunst.


SU 1966, 186 min, OmU, FSK 12, restaurierte Fassung
R: Andrej Tarkowskij, D: Anatolij Solonizyn, Iwan Lapikow, Nikolaj Grinko, Nikolaj Sergejew, Rolan Bykow

 

27. NOV | 12 Uhr | Kino mon ami

TIMBUKTU (OmU)


(c) Arsenal Filmverleih

Einführung mit Dr. Agnès Arp (Jena)

Nicht weit von Timbuktu, das in die Hände religiöser Fanatiker gefallen ist, lebt der Hirte Kidane friedlich mit Frau und Tochter sowie einem zwölfjährigen Jungen, der seine Kühe hütet. Während in der Stadt die Fundamentalisten wüten, Musik, lautes Lachen und Zigaretten verboten sind und jeden Tag ein Scheingericht absurde und grausame Urteile fällt, bleibt die Familie von dem Terrorregime der Dschihadisten relativ unbehelligt. Bis eines Tages ein Fischer die Lieblingskuh Kidanes tötet und er den Täter bei einer Rangelei versehentlich erschießt. Preis der Ökumenischen Jury Filmfestival Cannes 2014 und Oscar-Nominierung 2015.


Mali/F 2014, 97 min, OmU, FSK 12, empfohlen ab 16 J.
R: Abderrahmane Sissako, D: Ibrahim Ahmed dit Pinto, Toulou Kiki, Abel Jafri, Fatoumata Diawara, Hichem Yacoubi

27. NOV | 15 Uhr | Kino mon ami
in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

DIE SCHÜLER DER MADAME ANNE/ LES HÉRITIERS (OmU)


(c) Neue Visionen

Einführung mit Dr. Philipp Neumann-Thein (Weimar)

Ein Leben im Pulverfass: die 11. Klasse des Léon Blum Gymnasiums Paris ist im wahrsten Sinne des Wortes vielfältig. Der junge Muslim Malik, die aggressive Mélanie oder der stille Théo sind kein Teil des mittleren Wohlstands und sie haben sich damit abgefunden. Das Klassenzimmer ist ihre politische Bühne, hier begegnen sich Konflikte persönlicher und kultureller Natur. Als die engagierte Lehrerin Anne Gueguen die Klasse übernimmt, begegnet ihr große Provokationslust. Doch die kluge Frau versteht es, mit geschickten Fragen die Muster der Jugendlichen zu durchbrechen. Ohne mit der Wimper zu zucken, meldet sie die Klasse bei einem renommierten, nationalen Schülerwettbewerb an. Eine freiwillige Projektarbeit soll an das Schicksal von jüdischen Kindern und Jugendlichen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten erinnern.


F 2014, 105 min, OmU, FSK 12
R: Marie-Castille Mention-Schaar, D: Ariane Ascaride, Ahmed Dramé, Noémie Merlant, Geneviève Mnich, Stéphane Bak

27. NOV | 18 Uhr | Kino mon ami

IDA


(c) Arsenal Filmverleih

Einführung mit Nicole Kandioler (Bauhaus-Universität Weimar)

Anna ist eine Novizin, die in einem Kloster von Nonnen erzogen wurde. Bevor sie ihr Gelübde ablegen kann, gibt ihr die Oberschwester des Klosters einen folgenreichen Auftrag: Die junge Frau soll ihre Tante Wanda besuchen, Annas einzige noch lebende Verwandte. Wanda, die Schwester ihrer Mutter offenbart ihrer Nichte ein lange gehütetes Geheimnis: Eigentlich ist Anna Jüdin und ihr wahrer Name lautet Ida. Von der Nachricht ins Wanken gebracht, begibt sich die Novizin gemeinsam mit ihrer Tante auf eine Reise, auf der sie sich mit der tragischen Geschichte ihrer Familie auseinandersetzen muss, aber auch beginnt, ihr eigenes Leben, ihre Ideale und ihren Glauben zu hinterfragen. Europäischer Filmpreis 2014 – Bester Film, Oscar 2015.


PL/DK 2014, 80 min, FSK o. A., empfohlen ab 14 J.
R: Pawel Pawlikowski, D: Agata Kulesza, Agata Trzebuchowska, Joanna Kulig, Dawid Ogrodonik, Jerzy Drela

27. NOV | 20 Uhr | Kino mon ami

THE CUT


(c) Pandorafilm

Mardin, 1915: Eines Nachts treibt die türkische Gendarmerie alle armenischen Männer zusammen. Auch der junge Schmied Nazaret Manoogian wird von seiner Familie getrennt. Nachdem es ihm gelingt, den Horror des Völkermordes zu überleben, erreicht ihn Jahre später die Nachricht, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spuren. Sie führen ihn von den Wüsten Mesopotamiens über Havanna bis in die kargen, einsamen Prärien North Dakotas. Auf seiner Odyssee begegnet er den unterschiedlichsten Menschen: engelsgleichen und gütigen Charakteren, aber auch dem Teufel in Menschengestalt. Obwohl der Film die Welt vor 100 Jahren beschreibt, ist er brandaktuell, denn er erzählt von Krieg und Vertreibung. Aber auch von der Kraft der Liebe und der Hoffnung, die uns Unvorstellbares leisten lässt.


D/F/PL 2014, 138 min, FSK 12, empfohlen ab 16 J.
R: Fatih Akin, D: Tahar Rahim, Sévan Stephan, Shubham Saraf, Ali Akdeniz, Dina Fakhoury

 

Kuratoren: Dr. Agnès Arp (Jena), Edgar Hartung (Kino mon ami Weimar) Wieland Koch (Landeszentrale für politische Bildung Thüringen)

Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Weimar, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Weimarer Republik e.V.

Änderungen im Programm sind nicht ausgeschlossen.

Eintritt: 6,- / 5,- Euro Weimarpass: 1,- Euro