SONNTAG, 27 NOV 2016

MIT EINEM KLICK AUF DIE EINZELNEN VERANSTALTUNGEN ERFAHREN SIE MEHR.

11 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Podium

DER PAPST - EIN MEDIUM?

Dr. David Schmiedel (Magdeburg), Dr. René Schlott (Potsdam), Thomas Kycia (Berlin)
Moderation: Bernd Karwen (Leipzig)


Über elf Millionen Menschen auf der ganzen Welt folgen Papst Franziskus heutzutage auf dem Kurznachrichtendienst "Twitter"; die Worte und Gesten des römischen Oberhirten zählen zu den Top-Nachrichten. Binnen Sekunden rasen sie um den Globus, verbreiten sich nicht nur über die klassischen Print- und Fernsehmedien, sondern auch über das Internet. Die Botschaften des Papstes erreichen nicht nur Katholiken und Christgläubige, sondern auch Anhänger anderer Religionen oder dem Glauben fern stehende Menschen rund um den Erdball. Die römischen Päpste sind mit der Entfaltung der Massen- und Mediengesellschaft während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts selbst zu Medien avanciert: In ihren Botschaften, vor allem aber in ihren Gesichtern, in ihren Gesten und ihrem Habitus spiegeln sich Ängste und Hoffnungen, Erwartungen und Erfahrungen ganzer Gesellschaften, sozialer Gruppen und Generationen.

12 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Podium

EIN KAMPF DER KULTUREN?
KATHOLIKEN, PROTESTANTEN UND LAIZISTEN IM EUROPA DES 19. UND 20. JAHRHUNDERTS

Prof. Dr. Olaf Blaschke (Münster), Dr. Christina Schröer (Freiburg)
Moderation: Prof. Dr. Armin Owzar (Paris)

Lange Zeit hielt sich unter den Wissenschaftlern die Meinung, dass Religion und Glauben seit der Französischen Revolution einem irreversiblen Säkularisierungsprozess unterworfen seien. Im Zuge des weltweit wachsenden religiösen Fundamentalismus hat sich diese Prognose verflüchtigt. Heute erkennen wir: Auch im 19. und 20. Jahrhundert wurde Europa permanent von sogenannten Kulturkämpfen heimgesucht. In Mitteleuropa begegneten sich Katholiken und Protestanten durchweg mit Misstrauen; in West- und Südeuropa waren es vor allem Katholiken und Laizisten, die sich befehdeten. Obwohl diese Konflikte auf eine verbal mitunter höchst aggressive Art und Weise ausgetragen wurden, sollten sich all diese Gruppen und Gemeinschaften allmählich miteinander arrangieren. Daher nimmt das Podium nicht nur die Konflikte, sondern auch deren Überwindung in den Blick.

13 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Podium

KATHEDRALEN DES ALLTAGS - SPORT ALS ERSATZRELIGION?

Dr. Eva Gajek (Gießen), Prof. Dr. Gunter Gebauer (Berlin), Stefan Krämer (Erfurt)
Moderation: Michael Hesse (Weimar)

Volle Fanmeilen, Public Viewing in den Straßen, Merchandising von Vereinen und Mannschaften, Übertragungen sportlicher Großereignisse in Dauerschleife: Fußball und Co sind in unserem Alltag präsent wie nie. Mehr noch könnte man davon sprechen, dass die Verehrung von und der Glaube an so manchen Profisportler einen übermäßig hohen Stellenwert im Leben vieler Menschen eingenommen haben. Kann man in diesem Zusammenhang von einer Ersatzreligion „Sport“ sprechen und wird dieser Eindruck durch die mediale Präsenz befördert? Welche Entwicklung nahm dieses Phänomen im 20. Jahrhundert?

14 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Podium
carte blanche Verein Weimarer Republik e.V.
in Kooperation mit dem Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung

ERFOLG LIBERALER WERTE – EROSION LIBERALER PARTEIEN?
DER POLITISCHE LIBERALISMUS IN DER WEIMARER REPUBLIK
UND HEUTE

Prof. Dr. Torsten Oppelland (Jena), Dr. Jürgen Frölich (Gummersbach)
Moderation: Dr. Andreas Braune (Jena)

Formal gesehen wies die Weimarer Republik die gleiche politisch-konstitutionelle Verfasstheit auf wie die Bundesrepublik: Beide entsprechen dem Typus der liberalen Demokratie. Zentrale Werte, die von Liberalen seit jeher vertreten worden waren, sind sowohl in der Weimarer Reichsverfassung von 1919 als auch im Grundgesetz 30 Jahre später festgeschrieben worden. Dennoch zeigte sich bereits in der Weimarer Republik eindrucksvoll, dass die Durchsetzung liberaler Ideen nicht mit dem Erfolg liberaler Parteien einhergeht. Auch die bundesrepublikanische Entwicklung ist durch ein Auf und Ab des organisierten Liberalismus zwischen „Dritter“ und marginalisierter Kraft gekennzeichnet. Paradoxerweise scheinen liberale Parteien ihren politischen Einfluss in liberal-demokratischen Systemen zu verlieren. Gibt es da einen Zusammenhang? Hat sich der Liberalismus mit der Etablierung der liberalen Demokratie „totgesiegt“? Das Podium erörtert diese These und vergleicht die Situationen der liberalen Parteien damals und heute.

15 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Vortrag

DIE INFLATION DER WERTE
NIETZSCHES MOTIV DER "UMWERTUNG" UND DIE ETHIK DER GEGENWART

Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser (Würzburg)

Über Werte wird heute viel gesprochen: europäische Werte, christliche Werte, Börsenwerte... Wirtschaftliche Wert-Fragen scheinen objektiv und berechenbar; moralische Werte sind oft umstritten und manchmal widersprüchlich. Hier lohnt sich ein Blick in Nietzsches Werk: Keiner wusste eindringlicher als er zu zeigen, wie tief moralische und wirtschaftliche Fragen zusammenhängen. Mit dem Fokus auf den Wert (oder die „Tugend“) der Gerechtigkeit wollen wir Nietzsches Argumente betrachten und ein neues Licht auf philosophische Wert-Debatten werfen.

17 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Vortrag

STÉPHANE HESSEL, SAINT-JOHN PERSE UND HENRI HOPPENOT -
MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER DIPLOMATIE

Dr. Marc Sagnol (Erfurt)

Der Vortrag thematisiert die „Werte“ im Zusammenhang mit der Diplomatie und stellt drei französische Diplomaten vor, die auch in schwierigen politischen Zeiten ihren Wertekanon nicht aufgegeben haben. Der ehemalige Buchenwald-Häftling und spätere Botschafter Frankreichs Stéphane Hessel ist dem Weimarer Publikum wohl bekannt. Weniger bekannt ist der Diplomat und Schriftsteller Henri Hoppenot, der zuerst als hoher Beamter des Außenministeriums deutschen Exilschriftstellern geholfen hat, später gegen die Judenverfolgung durch das Vichy-Regime protestierte und sich dem General De Gaulle anschloss. Und wir werden uns mit dem Diplomaten Alexis Léger beschäftigen, der als Dichter unter dem Namen Saint-John Perse bekannt wurde. 1940 aus dem französischen Staatsdienst entlassen, emigrierte er nach Amerika und erhielt später (1960) den Literaturnobelpreis.

19 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Film + Diskussion

KOMMEN RÜHRGERÄTE IN DEN HIMMEL?

Reinhard Günzler (Berlin) präsentiert seinen Film
anschließend Publikumsgespräch moderiert von Dr. Nora Hilgert (Frankfurt/M)

Der Mensch sammelt in seinem Leben mehr als 10.000 Gegenstände an. Doch braucht er wirklich all dieses Zeug? Und warum wirft er nicht selten vieles davon nach kurzer Zeit auf den Müll, um sofort etwas Neues zu kaufen? Die Dokumentation "Kommen Rührgeräte in den Himmel?" stellt die Frage, wie es um die Beziehung des Menschen zu den Dingen bestellt ist. Das legendäre RG 28. 18 Millionen wurden davon in der DDR gebaut, nahezu unkaputtbar. Elektrogeräte mit einer solchen Lebensdauer gibt es heute nicht mehr, sagt Regisseur Reinhard Günzler, aber sie werden vermisst.
D, 2016, 101 Min., R: Reinhard Günzler

Gewissermaßen als Eintrittskarte können Sie Ihr RG 28 vorzeigen, es erwartet Sie eine kleine Überraschung.

 

FREITAG, 25 NOV
SAMSTAG, 26 NOV

SONNTAG, 27 NOV

WORKSHOPS
AUSSTELLUNG
POETRY SLAM
INNENSTADT "BOTSCHAFTER"