NOV 2018


Weimar. Nach langer thematischer Suche hat sich der 20köpfige internationale Beirat nun entschieden. Das 11. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte 2019 steht diesmal unter dem Motto: Renaissancen. Altes neu erfinden? und findet vom 1. bis 3. November 2019 in Weimar statt. Wieder werden an drei Festivaltagen, ca. 50 internationale Referenten zusammenkommen, um über dieses Thema in ca. 20 Veranstaltungen kontrovers zu reflektieren und mit dem Publikum zu diskutieren. Und auch in diesem Jahr gilt: Der Blick in die Vergangenheit ist unerlässlich für das Verstehen der Gegenwart!

Wiedergeboren werden (frz. re-naître), dabei das Hier und Jetzt hinter sich lassen und neu beginnen. Diesem Credo nach „kultureller Wiedergeburt“ im Geiste der Antike fühlen sich Künstler und Denker im Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert verpflichtet. Ganz Europa wird von der Geisteshaltung des Neuen und zugleich der Rückbesinnung erfasst, die erste Moderne eingeläutet. Im 21. Jahrhundert ist man mittlerweile in der Postmoderne angekommen. Technische Neuerungen überholen sich im Sekundenbruchteil selbst. Die Gesellschaft ist global vernetzt. Doch die Menschen sind so einsam wie nie zuvor. Sie fühlen sich kulturell, wirtschaftlich, religiös, aber vor allem politisch verunsichert, abgehängt, unverstanden oder gar überfordert. Die Zeit der Stabilität des ausgehenden 20. Jahrhunderts scheint vorbei und es tritt eine Art Umbruch zutage. Aber welcher Art von Umbruch? Wird es Zeit für eine weitere „Wiedergeburt“, eine „Renaissance“ im Geiste der Rückbesinnung? Eines ist klar: Die wahrgenommenen Brüche der Gegenwart sind mitunter so einnehmend im Alltag, dass der Blick in die Vergangenheit vergessen wird. Dieser ist aber umso wichtiger, denn die Vergangenheit seit dem 16. Jahrhundert ist doch immer wieder von „Neugeburten“ bzw. (Um-)brüchen, im Positiven wie im Negativen, geprägt. So lehrt die Geschichte vielleicht vor allem eines: Es besteht durchaus die Möglichkeit, etwas zu bewegen und zu gestalten!

Wie bereits in den letzten zehn Jahren darf das Publikum auch 2019 auf ein buntes Veranstaltungsangebot gespannt sein! Eine große internationale Runde erörtert, was Europa noch zusammenhält, schaut sich an, wie Städte in Ost und West nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder neu entstanden sind und geht der Frage der Wiedergeburt in Religionen nach. Außerdem beschäftigt sich das Festival mit dem Revival der Schallplatte und untersucht den neuerlichen Erfolg von Filmen, die sich historischen Stoffen zuwenden. In Kooperation mit Weimars französischer Partnerstadt Blois findet u.a. ein Abend statt, der sich dieser Region widmet, die wie kaum eine andere von Renaissance geprägt ist. Der Abschlussabend des Festivals wird die Renaissance im Val de Loire historisch, kulturell und kulinarisch erkunden.

Am 29.6.2019 findet im Rahmen des Weimarer Sommers eine Veranstaltung mit Anita Lasker-Wallfisch statt, bei der wir mit der Überlebenden des "Mädchenorchesters" von KZ Birkenau ins Gespräch kommen können. Wie war ein Weiterleben nach dem Holocaust überhaupt möglich und welche Rolle spielte dabei die Musik?


Vorträge – Podien – Gespräche – Workshops – Musik. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Weitere Informationen unter: www.weimarer-rendezvous.de oder presse@weimarer-rendezvous.

Endlich ist es soweit! Termin, Thema und Titel stehen fest – Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte 2019 geht in die 11. Runde.