PRESSE
6. NOV 2017

Vom 8. bis zum 12. November 2017 findet das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte statt. Für das deutschlandweit einzigartige Geschichtsfestival kommen insgesamt 62 renommierte Historiker, Politikwissenschaftler, Soziologen, Journalisten und Schriftsteller aus sieben Ländern nach Weimar, um auf verschiedenen Podien ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren. Bereits zum neunten Mal werden sie an dem Festival-Wochenende gemeinsam mit dem Publikum in die Geschichte eintauchen, um aktuelle Phänomene aus Politik und Weltgeschehen besser verstehen und einordnen zu können. Unter dem Thema „AUF AUGENHÖHE?! BEZIEHUNGSGESCHICHTE(N)“ geht es in diesem Jahr um Beziehungen in Geschichte und Gegenwart und um die Frage: Wer begegnet wem eigentlich noch auf Augenhöhe? Die zivilgesellschaftliche Verantwortung wird an dem Wochenende in einigen Veranstaltungen thematisiert und vielleicht entsteht aus den Diskussionen ja bei manchen der Mut, sich zu engagieren - für ein besseres Miteinander, für die eigene Meinung, für einen neuen Blick auf alte Phänomene.

Die 25 Veranstaltungen des Wochenendes das sind Podien, Filme, Gespräche, ein Chansonabend sowie eine Stadtführung. Von der Antike bis in die jüngste Gegenwart wird untersucht: Wie ist das antike Griechenland mit Homosexualität umgegangen? Welche Geschichte(n) verbinden die Länder des Weimarer Dreiecks Frankreich, Deutschland und Polen? Vor welchen neuen Herausforderungen steht die Demokratie heute? Welchen Einfluss haben Twitter, Facebook und Co auf die heutigen sozialen Beziehungen? 
Die feierliche Eröffnung am Freitag, dem 10. November um 18 Uhr in der Notenbank Weimar, widmet sich dem Gedanken des idealen gesellschaftlichen Miteinanders oder zumindest dem Wunsch nach Toleranz und Vielfalt seit der Aufklärungszeit. Der Schauspieler Benno Fürmann liest dazu Texte von Voltaire, Diderot, Lessing, Herder und Eribon. Carsten Schneider, Mitglied des Deutschen Bundestages, und die französische Historikerin Emanuelle Chaze werden den Gedanken der bunten Vielfalt diskutieren, moderiert von Ralf Finke, Pressesprecher der Stadt Weimar.

Bereits am Mittwoch, dem 8. November um 19 Uhr (Eckermann-Buchhandlung), spricht die Journalistin Gerlinde Sommer mit Raed Saleh über sein Buch „Ich deutsch. Die neue Leitkultur.“ Wie eine Leitkultur wohl aussehen könnte, fern von rechtem Gedankengut, gleichzeitig wertewahrend, erläutert der Autor, der als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Berlin kam und seit  2011 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Senat ist.

Am 12. November geht es um die „Demokratie 20.17 -  Selbstreinigung oder Selbstzerstörung?“ (11 Uhr, Eckermann-Buchhandlung). Allzu aktuell ist die Sorge um unsere westliche Demokratie, die gefühlte Ohnmacht beim Blick in die Nachrichten und die Frage, wie es wohl weitergeht mit unserem "guten alten" Europa und der Welt. Die eingeladenen Experten für die USA, Frankreich, Polen und Deutschland lassen darauf hoffen, dass der Blick in die Geschichte zeigt: Es ist nicht aller Tage Abend.

Glauben und Religion spielen eine wesentliche Rolle in unserem Miteinander. Ein guter Anlass, um der Frage nachzugehen, wie sich die Weltreligionen von der Antike bis zur Gegenwart zueinander verhalten haben und in welches Beziehungsgeflecht sie einzuordnen sind: "Wie hast du's mit der Religion? Die Geschichte interreligiöser Beziehungen" (12. November, 15 Uhr, Eckermann-Buchhandlung)

Zum Abschluss des Festival-Wochenendes werden am Sonntag, 12. November, um 20 Uhr in der Weimarer Notenbank Geschichten verwebt und Kunstformen einander begegnen. Der Anlass: der 100. Geburtstag von Stéphane Hessel. Die Lieblingsgedichte dieser Jahrhundert-Persönlichkeit stehen im Vordergrund des Abends - vorgetragen werden sie von den Weimarer Schauspielern Regine und Detlef Heintze, die aus diesem Anlass wieder einmal gemeinsam auf die Bühne kommen. Dr. Michael Kogon weiß als Freund und Verleger schließlich sehr persönlichen von Hessel zu berichten. 

Flankiert wird das Festival-Programm von sieben Filmen. Sie spannen den Bogen von der Goebbels-Sekretärin Brunhilde Pomsel, die selbst erstaunt scheint über ihren Werdegang („Ein deutsches Leben“, 11.11., 19 Uhr, Notenbank), bis zu dem toleranz-unerprobten Monsieur Claude und seinen Töchtern. Die charmant erzählte französische Komödie wird im Mehrgenerationenhaus Weimar-West gezeigt und von einem Buffet begleitet, das Köstlichkeiten aus den Kulturkreisen auftischt, aus denen im Film die Schwiegersöhne stammen (9.11., 19 Uhr).
Als "Botschafter" des Festivals laden acht Einzelhändler in Weimars Innenstadt dazu ein, sich in einem anderen - vielleicht überraschenden - Umfeld mit dem Festivalmotto auseinanderzusetzen. Erkennen kann man diese Geschäfte an den Grafiken in den Schaufenstern: Der Weimarer Künstler Dennis Klostermann hat sich auf seine ganz eigene Art mit Stéphane Hessel und der Augenhöhe beschäftigt.
Unterdessen untersuchen gerade in dieser Woche in unserer französischen Partnerstadt Blois Gymnasiasten aus Deutschland, Polen und Frankreich die historischen Beziehungen zwischen unseren Ländern und stellen anhand von einzelnen Biographien Kontakte und Vernetzungen fest.  

Die Veranstaltungen sind wie immer für alle Interessierten offen und frei zugänglich.
Gemeinsam danken Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf, Stadtkulturdirektorin Julia Miehe und Projektleiterin Franka Günther den zahlreichen Partnern, Förderern und Sponsoren für ihre Unterstützung, ohne die das „Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte“ nicht möglich wäre, sowie dem international besetzten
wissenschaftlichen Beirat des Geschichtsfestivals unter Leitung von Prof. Dr.
Susanne Rau (Erfurt) und Prof. Dr. Johann Chapoutot (Paris). 

Pressekontakt: Annette Börger / Dr. Franziska Müller
presse@weimarer-rendezvous.de

 

WEIMARER RENDEZ-VOUS MIT DER GESCHICHTE
8. - 12.11.2017 
AUF AUGENHÖHE?! BEZIEHUNGSGESCHICHTE(N)