PRESSE
12. OKT 2015

Mit vielen Eindrücken im Gepäck stieg Franka Günther, Projektleiterin des „Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte“, am Sonntag in Blois in den Zug Richtung Weimar. Am vergangenen Wochenende gastierte das Weimarer Geschichtsfest nun schon zum 5. Mal bei der „großen Schwester“ in unserer Partnerstadt. Dort steht das „Rendez-vous de l’histoire“ in einer langen Tradition. Das Thema der diesjährigen 18. Ausgabe, „Les Empires“ (dt. Imperien), war weit gefasst. Es sei spannend gewesen, unter welchen Gesichtspunkten das Thema abgehandelt worden sei, meint Franka Günther.

Sie war gemeinsam mit der Historikerin Susanne Hantke aus Berlin vor Ort, um – in Fortsetzung der in Kooperation zwischen den beiden Rendez-vous – auch in diesem Jahr dem Blésoiser Publikum wieder einen DEFA-Film zu präsentieren. Anlässlich der 20jährigen Städtepartnerschaft zwischen Weimar und Blois wurde zu Ehren von Pierre Sudreau der DEFA-Film „Nackt unter Wölfen“ von 1963 gezeigt. Pierre Sudreau, ehemaliger KZ-Häftling in Buchenwald und späterer Oberbürgermeister von Blois, hatte einst die Städtepartnerschaft mit Weimar auf den Weg gebracht. Franka Günther und Susanne Hantke, eine ausgewiesene Spezialistin für Bruno Apitz, begleiteten die beiden Aufführungen vor einem vollen Saal und antworteten auf Fragen aus dem Publikum. Der Schwerpunkt lag dabei insbesondere auf der historischen Bedeutung des alten Films von 1963, den die DEFA unter der Regie von Frank Beyer nach dem Roman von Bruno Apitz verfilmt hatte. Apitz ließ in Buch und Film die Erfahrungen aus seinem eigenen, knapp acht Jahre dauernden, Aufenthalt in Buchenwald einfließen, so dass eine fast authentische Anmutung entstand, die in den Folgejahren immer wieder politisch benutzt wurde. Eine neuerliche Auseinandersetzung mit dem Stoff führte zuletzt im Frühjahr 2015 zu einer Neuverfilmung der literarischen Vorlage durch Regisseur Philipp Kadelbach, ebenfalls unter dem Titel „Nackt unter Wölfen“, die sowohl im deutschen als auch im französischen Fernsehen zu sehen war. Das Publikum in Blois folgte nicht nur interessiert dem Film und dem anschließenden Gespräch, sondern erwies sich auch als überaus fachkundig bezüglich der Weimarer und Buchenwalder Geschichte.
Franka Günther konnte am Abend Marc Gricourt, dem Bürgermeister von Blois, von beiden Filmvorführungen und den guten Kontakten zwischen beiden Geschichtsfestivals berichten und nahm dessen herzliche Grüße nach Weimar mit.

Bei dem Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte, das vom 13. bis 15. November 2015 stattfindet und Zukunftsvisionen der Gesellschaft in Geschichte und Gegenwart zum Thema hat, werden französische Kollegen für eine Podiumsdiskussion über Zukunftsvorstellungen in Architektur, Malerei und Design anwesend sein und in einer deutschen Erstaufführung einen Film über die israelische Kibbuz-Bewegung vorstellen.

WEIMARER RENDEZ-VOUS“ ZU GAST IN BLOIS

Pressekontakt: Jana Brückner
presse@weimarer-rendezvous.de