PRESSE
10. NOV 2015

Am kommenden Wochenende des 13. bis 15. November 2015 lädt Weimar zum siebten „Rendez-vous mit der Geschichte“ ein und erwartet aus diesem Anlass erneut viele Besucher. Das diesjährige Thema des Rendez-vous behandelt „Zukunftsvisionen“ der Gesellschaft. Ein internationales Referentenkollegium, bestehend aus renommierten Historikern, Kulturwissenschaftlern, Experten und Zeitzeugen aus acht Ländern, wird sich in 25 Veranstaltungen kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen und dabei auf Spurensuche nach dem Zukünftigen im Historischen gehen.

Behandelt werden Fragen nach den Vorstellungen der Menschen vergangener Epochen von Ihrer Zukunft, was aus diesen Hoffnungen und Wünschen wurde und was wir heute daraus lernen können, wenn wir an unsere eigene Zukunft denken.
Die Themen sind dabei weit gefasst: Vom Wiener Kongress 1815, über die Weimarer Republik, bis hin zur „Wendezeit“ 1989 … Und darüber hinaus beschäftigen sich die Referenten mit Utopien eines „Neuen Menschen“ in der Geschichte, mit Klimapolitik, mit Überwachung und Big Data, mit Zukunftsvorstellungen in Religionen und mit dem Schicksal der Besatzungskinder in Deutschland, Polen und Frankreich nach 1945.

Zahlreiche Podiumsdiskussionen, Vorträge und ein musikalischer Abend, verschiedene Workshops, darunter Schüler- und Studentenprojekte mit Teilnehmern aus Frankreich, Polen und Deutschland sowie ein begleitendes Filmprogramm, unter dem Motto „Unterwegs in die Zukunft“ im Weimarer Kino mon ami, geben dem Weimarer Rendez-vous dabei seinen Rahmen.

Los geht es bereits am Donnerstagabend, um 18 Uhr, in der Friedrich-Schiller-Universität Jena, mit der öffentlichen Auftaktveranstaltung des trilateralen Studierenden-Workshops zum Thema „´Ewiger Friede´ in Europa: Von der Utopie zur Wirklichkeit?“. Der im Sinne des Weimarer Dreiecks mit polnischen, französischen und deutschen Studenten besetzte Workshop findet dann am 13. und 14. November statt.

Am Freitag, den 13. November 2015, bilden eine Podiumsdiskussion und ein Vortrag, organisiert durch den Verein Weimarer Republik e.V., zu Themen der Aktualität der Sozialpolitik und der Friedensbewegung in den 20er Jahren, den Einstieg in den Diskussionsreigen.

Offiziell eröffnet wird das „Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte“ dann am Freitagabend, um 18 Uhr in der Musikschule Ottmar Gerster, mit einem Gespräch zwischen dem Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in Berlin, S. D. Prinz Stefan von Liechtenstein, und dem thüringischen Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, über die Frage nach dem symbolischen Gehalt, den eine Gesellschaft dem Geld beimisst. „Das Geld von morgen – morgen mal ohne Geld?“ thematisiert dabei auch, welchen Wert wir dem Geld künftig zuschreiben wollen und können.
Im Weimarer Kino mon ami feiert um 20 Uhr der Film „Overgames“ des deutschen Regisseurs Lutz Dammbeck aus Hamburg seine Premiere. Es geht um eine Zustandsbeschreibung der Welt, die in drei Geschichten verpackt, erzählt wird. In einem Gespräch des Regisseurs mit dem Dresdner Historiker Dr. Justus H. Ulbricht, kann das Publikum spannende Hintergrundinformationen zum Film und zum Projekt erfahren, das Teil eines Gesamtkunstwerkes ist, bestehend aus Filmen, Collagen, Installationen und Texten.
Ab Samstagvormittag startet das zweitägige Kultur- und Diskussionsprogramm des Thüringer Geschichtsfestivals mit zwei Podiumsgesprächen in der Eckermann-Buchhandlung, die sich mit Utopien in der Gesellschaft beschäftigen. Um 10 Uhr steht die Frage im Raum: Was ist überhaupt eine Utopie und wie kommt sie zustande? Anhand der israelischen Kibbuzim als alternative Form des Zusammenlebens oder des Kommunismus als größte, gescheiterte Gesellschaftsutopie überhaupt, versuchen Prof. Dr. Martin Sabrow, Dr. Lukrezia Jochimsen und Prof. Dr. Mathias Lindenau Antworten zu geben.
Darauf aufbauend geht es um 12 Uhr an gleicher Stelle um die Visionen der „Wendezeit“ 1989 und deren Resultate. Zeitzeugen wie Ulrike Poppe aus Berlin und Historiker wie Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej aus Warschau und Dr. Kirill Levinson aus Moskau diskutieren, in welcher Form jene Erfahrungen für konstruktiven Widerspruch und Kritik am System heute und in Zukunft genutzt werden können.

In der Notenbank gehen Sigrid Grajek und Regina Knobel am Samstagabend mit dem Publikum auf eine musikalische Reise in die Zeit der 20er Jahre. „Es liegt in der Luft…“ beschreibt die Atmosphäre jener Zeit und die Neugier der Menschen auf die Zukunft.

Auch ökologische und soziologische Themen spielen eine Rolle: Am Sonntag, den 15. November 2015 um 13 Uhr, diskutieren die Historiker Prof. Dr. Claus Leggewie, Prof. Dr. Dirk van Laak und Dr. Franz Mauelshagen die Zukunft des Klimas. Erörtert werden technologische Zukunftsentwürfe und politische Projekte zur Rettung des Klimas und deren Sinnhaftigkeit.

Den Abschluss des „Weimarer Rendez-vous“ bildet am Sonntagabend, um 19 Uhr, eine Modenschau im C-Keller. Präsentiert werden die Resultate des Modeworkshops „Operation en vogue“ durch das Weimarer Mode- und Kostümtheater GNADENLOS schick, unter deren Anleitung der Workshop am 13. und 14. November ein Kleidungsstück von morgen zu entwerfen versucht.

Neu in diesem Jahr ist die Kooperation mit dem Verein Weimarer Innenstadt e.V. Vier Geschäfte in Weimars Innenstadt fungieren dabei als „Botschafter“ für das Geschichtsfestival. In der Kaffee Rösterei und der Merkur Bank werden vom 13.-15. November Kurzfilme von Studenten der Bauhaus-Universität gezeigt, die im Rahmen des Projekts „Science Fiction - Weimar 2“ entstanden sind. In der Tee Boutique findet am 12. November um 17 Uhr eine Lesung aus dem 1910 erschienen Buch „Die Welt in 100 Jahren“ von Arthur Brehmer statt. Und im Feinkostladen Vom Fass können vom 12.-14. November unter Motto „Genuss trifft Gesundheit“ französische Weine und Öle verkostet werden.

Ein besonderer Dank für die geleistete Arbeit gilt dem international besetzten wissenschaftlichen Beirat des Geschichtsfestivals unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Rau (Erfurt) und Prof. Dr. Johann Chapoutot (Paris). Dieser trifft sich übrigens bereits am Montag, den 16. November 2015, um das Thema für das Jahr 2016 festzulegen!

Die Umsetzung des Programms des „Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte“ wäre ohne die Unterstützung der zahlreichen Partner, Förderer und Sponsoren nicht möglich. Diesen gilt der gemeinsame Dank von Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf, Stadtkulturdirektorin Julia Miehe und Projektleiterin Franka Günther.

WEIMARER RENDEZ-VOUS
MIT DER GESCHICHTE
13.-15.11.2015
„WOHIN? ZUKUNFTSVISIONEN GESTERN UND HEUTE?"

Pressekontakt: Jana Brückner
presse@weimarer-rendezvous.de